Bertolli Trattoria Tour im Da Luca

Wer sich jetzt fragt, was denn bitte eine Bertolli Trattoria Tour ist, dem sei gesagt: Noch vor ein paar Wochen habe ich mich dasselbe gefragt. Doch da ich es jetzt weiß und sogar ein Teil davon war, werde ich euch nun darüber erzählen :-)

BERTOLLI?

Als Francessco Bertolli 1865 in seiner Heimatstadt Lucca in der Toskana anfing sein selbsthergestelltes Olivenöl in Flaschen abzufüllen und zu verkaufen, legte er damit den Grundstein für das Bertolliimperium. Zehn Jahre später begann er sein Olivenöl an italiensche US-Immigranten zu exportieren, die sich in der neuen Welt ein Stück kulinarische Heimat bewahren wollten. Heute exportiert das Unternehmen sein Olivenöl in über 40 Länder und hat seine Produktpalette um einige italiensche Klassiker wie Pastasoße, Nudeln, Dressing oder Antipasti erweitert.

TRATTORIA?

Die original italienische Trattoria ist ein kleines Speiselokal, welches besonders für den ländlichen Teil Italiens typisch ist. Im Gegensatz zu einem Restaurant unterscheidet sich die Trattoria vor allem durch ihre familiäre Atmosphäre und die einfachen, aber mit viel Leidenschaft zubereiteten Speisen. Meist werden lokale und regionale Spezialitäten oder alte Familiengerichte zubereitet. Häufig kommt es auch vor, dass es keine Speisekarten sondern nur ein oder zwei Tagesgerichte gibt, die von den Familienmitgliedern noch selbst serviert werden. Trattorien in Italien dienen als Treffpunkt für alle Generation zum gemeinsamen Essen und Genießen, deshalb ist es nicht untypisch, dass man als Gast zusammen mit den Familien an großen Tafeln isst.

TOUR?

Um diese traditionellen Perlen authentischer italienischer Kochkunst zu finden und die neu gewonnenen Inspirationen zu teilen, sandte Bertolli bereits 2010 Gastronomiekenner Alfredo Taracchini Antonaros und Food Photographin Claudia Castaldi auf eine kulinarische Reise quer durch Italien und veröffentlichte die entdeckten Rezepte für jedermann in dem Buch „Trattoria-Tour: Eine kulinarische Reise durch Italiens Lieblingslokale“.

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Um für original italienischen Genuss nicht jedes Mal nach Bella Italia reisen zu müssen, rief Bertolli im August diesen Jahres zur Trattoria Tour durch Deutschland auf. Über Facebook und Qype schlug die Internetgemeinde Trattorien in Deutschland vor, die es als Geheimtipp zu entdecken gab. Aus allen Vorschlägen wurden zehn Trattorien ausgewählt und auf Herz und Nieren geprüft. Oder eher auf Pizza und Pasta. Dafür schlemmten sich Peggy Schatz von multikulinarisches und Italienkenner Marco Aurelio durch Speise- und Weinkarten quer in Deutschland. Und weil allein essen bekanntlich dick macht ließen sie sich in jeder Stadt von einem anderen Schlemmerteam unterstützen.

Für ihren Tourstopp in Halle/Saale lud Bertolli mich ein, Peggy und Marco auf ihrer Reise zu begleiten. Weiterhin gaben sich Lars und Tim von Radio Sputnik, Sabrina von Radio Brocken, Facebook-Gewinnerin Ulrike und der Herr Necro von nEcrOs Blog die Ehre.

DA LUCA?

Es war ein lauer Sommerabend im Herzen von Halle, als wir uns auf einer kleinen Terrasse vor der italienschen Trattoria DA LUCA, mitten in der der Flanier- und Kneipenmeile „Kleine Ulrichstraße“ trafen. Wir stießen mit einem Gläschen Prosecco auf einen spannenden Abend an und noch vor dem Eintreffen des Antipasti-Vorspeisenteller war das Eis gebrochen und alle im Gespräch vertieft.

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Und obwohl wir uns vorher noch nie gesehen hatten, waren wir eine herrlich ungezwungene und fröhliche Runde. Es fühlte sich fast so an, als ob „La Dolce Vita“ direkt aus der Trattoria zu uns heraus auf die Terrasse strömte.

Doch als es dann an die Auswahl der Hauptspeise ging wurde es kniffelig. Die ursprüngliche Trattoria, wie eingangs erwähnt, bietet nur eine kleine Auswahl an Gerichten, doch in Deutschland ist von diesem Konzept nichts mehr zu erkennen. Was bleibt ist die Zubereitung der Gerichte mit frischen und sorgfältig gewählten Zutaten nach authentisch italienischen Rezepten. Und davon gab es eine ganze Menge. Während alle eifrig die Speisekarte studierten erzählte Lars, dass er für gewöhnlich einfach eine Nummer aus der Karte wählt und sich dann überraschen lässt, was serviert wird. („Was machst du wenn es der Kinderteller ist?“ „Ich bestelle so oft nach bis ich satt bin.“) Ich beschloss mir das im Hinterkopf zu behalten, konnte mich an diesem Abend dann aber doch für Bandnudeln mit Lachs in Spinat-Sahne-Soße entscheiden. Lars wählte spontan den Schwertfisch von der Tageskarte und durchbracht damit sein gängiges Muster ;-)

 

Weiterhin wurde Rumpsteak mit Steinpilzen auf Pasta, Lachssteak in Weißweinsoße mit Rucola und Nudeln, Schweinefilet mit Tomate-Mozzarella und Rosmarinkartoffeln und Dorade bestellt. Letztere wurde sogar vor unseren Augen fachmännisch vom Oberkellner filetiert. Mein Essen war wirklich lecker aber so sahnig, dass ich nach der Hälfte aufgeben musste und mir den Rest einpacken lies. Für ein Dessert reichte meine Zeit leider nicht mehr (der Babysitter..), aber ich habe gehört, dass auch die Nachspeise äußerst köstlich war.

Was kann ich euch noch über das DA LUCA erzählen? Die Kellner hier sind auf ihre italiensche Art sehr freundlich und die Preise für die Größe der Portionen angemessen. Das Leben am Sommerabend in der Kleinen Ulrichstraße pulsiert und trägt damit auf jeden Fall zum italienschen Lebensgefühl bei. Auch wenn es die original italiensche Trattoria in Deutschland nicht in der Fom gibt, wie sie Alfredo Taracchini Antonaros und Claudia Castaldi auf ihrer Italienreise besucht haben, so kann man doch wenigstens mit gutem Gewissen in Deutschlands Trattorien authentisch italienisch essen gehen und das DA LUCA gehört dazu. Ich hätte mir noch ein bisschen italiensche Musik auf der Terrasse gewünscht, aber das ist natürlich nicht jedermanns Sache :-)

Zu guter letzt möchte ich mich noch bei Bertolli für die Einladung und das Schnupperpaket und bei Peggy und Marco für den tollen Abend bedanken. Danke auch an den Rest des Schlemmerteams. Es versetzt mich immer wieder in Staunen, wie man einen derart entspannten, interessanten und lustigen Abend mit Menschen verbringen kann, die man bis dahin überhaupt nicht kannte. Ich fühlte mich äußerst gut unterhalten und am Ende auch bestens gesättigt. Vielen Dank dafür!