Happy 2nd Birthday

♫  Zum Geburtstag viele Leser, zum Geburtstag viele Kommentare, zum Geburtstag viele neue Ideen, zum Geburtstag viel Glück. ♪

Aufgrund des unerwarteten Winterschlafes, in den der britpott|blog Ende letzten Jahres verfiel, habe ich es ganz verpasst den immerhin schon 2. Geburtstag meines Blogs mit euch zu feiern. Doch da man die Feste bekanntlich so feiern soll wie sie fallen, holen wir den 2. Geburtstag einfach zwei Monate später nach. 18.12.2010, 2. Geburtstag, also 18.02.2013.

Und wie es der Zufall so will ist das heute :-) Jippie!

Also packt die virtuellen Partytröten und -hütchen aus, stellt das Konfetti bereit und schaut euch schnell nochmal den Text von Happy Birthday an, denn jetzt wird gefeiert.

Alles Liebe und HAPPY BIRTHDAY BRITPOTT|BLOG ♡

2013-02-17_happybirthdaytomorrow

2013-02-18_happy2ndbirthday


Vom Luxus der Selbstbestimmung

Soweit ich zurück denken kann war ich die meiste Zeit mit mir allein. Meine Eltern waren viel unterwegs und später auch getrennt, ich bin früh zu Hause ausgezogen und habe lange allein gewohnt. Ich kannte es nicht anders und fand es so immer völlig normal. Allein sein war für mich weder Strafe noch überhaupt ein negatives Erlebnis. Ich habe es geliebt nach Hause zu kommen, die Tür zu schließen und die Welt einfach aussperren zu können. Es hat mir nicht immer gut getan, denn manchmal sollte man einfach nicht allein sein, aber es hat mich auf jeden Fall gelehrt mich allein mit meinen Problemen zu beschäftigen, statt sie zu ignorieren oder sie von jemand anderem lösen zu lassen. Allein sein hat mich stark gemacht. Ich kann die Menschen nicht verstehen die nicht allein sein können, wovor haben sie Angst?

Gewiss könnte man jetzt denken, dass ich dadurch zum Einsiedler wurde, doch im Gegenteil. Ich liebe es Menschen um mich zu haben, ich gehe auf Leute zu die mich interessieren und knüpfe schnell neue Kontakte. Doch das alles funktioniert nur wenn ich zwischendurch auch immer wieder genug Zeit für mich und mit mir allein habe. Doch dann kommt der Tag an dem man sich hoffnungslos verliebt und aus dieser Liebe werden dann gemeinsame Kinder. Ab diesem Tag ist man nie wieder allein. Man trägt die Verantwortung für ein Leben das nicht sein Eigenes ist und trotzdem so viel mehr wert. Man beginnt die Dinge anders zu sehen, denn Kinder verändern einen, das ist unumstritten. Dennoch ist man bereits eine fertige Persönlichkeit bevor man Kinder in die Welt setzt. Man hat Wertvorstellungen, Launen, Angewohnheiten, Eigenarten und charakterliche Eigenschaften, die einen als Mensch ausmachen und das eigene Denken und Handeln stetig beeinflussen. Und selbstverständlich sind diese Eigenschaften nicht immer nur positiv. Jeder Mensch ist wie er ist und selbst wenn man bereit ist einiges davon aufzugeben oder sich abzugewöhnen, kann man nicht die Dinge abstellen die den eigenen Charakter wirklich ausmachen. Das wäre so, als würde man einen Teil von sich selbst verleugnen, nur weil er nicht so hell strahlt wie der Rest. Immerhin rede ich hier nicht von einer schlechten Eigenschaft wie an den Fingernägeln kauen oder zu häufigem fluchen, ich rede von Eigenschaften die die Persönlichkeit ausmachen. In meinem Fall rede ich von dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Mir wurde diese Eigenschaft häufiger als Egoismus vorgeworfen, aber ich bin kein Egoist. Ich bin lediglich gut darin auf mich selbst aufzupassen und lasse mir nicht von dem Geschwätz der Leute meine Meinung bestimmen. Manchen Menschen ist dieser Charakterzug unangenehm, andere sind neidisch darauf. Und was der Mensch nicht haben kann oder nicht versteht, das verurteilt er ja prinzipiell.

Die Tatsache also, dass ich seit dem Tag der Geburt meiner Kinder nicht mehr selber bestimmen kann wie mein Tag/Woche/Monat/Leben abläuft, bringt mich bisweilen zur Verzweiflung. Plötzlich sind da diese kleinen Menschlein, die alles beeinflussen: wann ich schlafe, wann ich wach bin, wann (und oft auch was) ich esse, wann ich aus dem Haus komme, wann ich mich mit Freunden treffen kann oder wann ich Zeit habe um auch mal nichts zu tun. Um sich mit der totalen Fremdbestimmung besser zu fühlen, könnte man sich einreden noch immer die Kontrolle zu haben, aber letztendlich hat der Nachwuchs das Sagen. Das hat auch rein gar nichts mit antiautoritärer Erziehung oder ähnlichem zu tun. Es ist ein Fakt. Wenn dein Lieblingskind nicht schläft wirst du es auch nicht und das gilt nicht nur für das erste Jahr, wenn es noch ein Baby ist. Ist dir deine Verabredung auch noch so wichtig, wenn dein kleiner Liebling plötzlich krank wird, wirst du zu Hause bleiben und ihn pflegen. Wenn du das leckerste Essen überhaupt gekocht hast, aber dein Knirps gerade gar keine Lust hat am Tisch zu sitzen und zu essen, wirst auch du dein Essen nicht genießen können. So ist die Realität. Und nur wer schon mal versucht hat zu schlafen und dabei jede verdammte Stunde geweckt wurde (und das in sehr vielen Nächten nacheinander), der weiß den Luxus der Selbstbestimmung wirklich zu schätzen. Schlafen zu können wenn man müde ist, Essen zu dürfen wenn man Hunger hat und nicht immer alles stehen und liegen lassen zu müssen, wenn der kleine Liebling schlechte Laune hat, ist für eine Mami in den ersten paar Jahren von unbeschreiblichem Luxus.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich liebe meine Kinder und ich liebe es Mama zu sein, aber es zeigt mir auch meine Grenzen auf. Ich bin zB. kein sehr geduldiger Mensch, wie auch, ich musste doch nie mit jemandem geduldig sein und bin es auch mit mir selber nicht. Es fällt mir auch schwer immer gebraucht zu werden. Natürlich ist es schön wenn man DIE Bezugsperson ist, aber manchmal wünscht man sich einfach mal nicht reagieren zu müssen, mal nicht gemeint zu sein, mal nicht gebraucht zu werden. Ich beanspruche regelmäßige Auszeiten ganz für mich allein. Zeit in der alles kann, nichts muss. Zeit in der ich einfach meinen Gedanken nachhängen und mich in meine eigene Welt zurück ziehen darf, ohne gestört zu werden. Zeit in der mich niemand braucht. Kommt diese Zeit zu kurz, fühlt sich mein Inneres an als hätten sich all meine Gedanken und Gefühle zu einem riesigen Knäuel verknotet, welches jederzeit explodieren kann. Niemals sonst bin ich so gereizt und mürrisch. Denn geht mir die Welt jetzt auf die Nerven, kann ich nicht mehr einfach die Tür schließen und das Problem mit mir selber klären.

Die Fremdbestimmung durch die eigenen Kinder gehört zum Eltern sein dazu, doch jeder kommt irgendwann an den Punkt an dem es auch mal zu viel wird. 24/7 Eltern sein? Das kann keiner leisten ohne sich kaputt zu machen. Ist einem der Luxus der Selbstbestimmung nämlich erstmal abhanden gekommen, fällt es vielen Eltern schwer damit umzugehen. Plötzlich wird einem bewusst wie wertvoll die eigene Zeit eigentlich ist. Und während man dann versucht jede Minute voll auszuschöpfen, durchlebt man hunderte von verschiedenen Gefühlen. Man redet sich ein entspannt zu sein, selbst wenn man diese Entspannung Wochen im Voraus planen muss. Man jammert und schimpft. Manchmal weint man vor Erschöpfung oder muss vor Wut laut aufschreien. Manchmal ist man so verzweifelt, dass man einfach alles hin schmeißen möchte. Dann liegt man nachts wach und wünscht sich an einen anderen Ort. Man wünscht sich einfach aufstehen und weggehen zu können. Sein Leben wieder ganz für sich allein zu haben. Für niemanden außer sich selbst Verantwortung zu tragen, sich vor niemandem außer sich selbst rechtfertigen zu müssen. Man schämt sich für seine Ungeduld, dafür sich schwach zu fühlen und für die vielen unschönen Gedanken, die im eigenen Kopf herumspuken. Man will weder Nähe noch Aufmerksamkeit spenden und hat es satt, ständig die Wünsche von jemand anderem zu erfüllen. Und Kinder wollen ja im Grunde immer irgendetwas. Ihre Wünsche steigen exponentiell mit ihrem Alter.

Doch kurz bevor man den Punkt erreicht, an dem man wirklich alles hinschmeißen würde, fädelt sich einer dieser kleinen vollkommenen Momente, so wunderschön wie eine Perle, auf die Schnurr des Lebens und plötzlich weiß man wieder warum sich jeder Tag lohnt. Man erinnert sich daran, warum man diesen Weg gegangen ist und warum man niemals woanders hingehen würde. Man versteht warum es mit Kindern oft auch anstrengend sein muss. Diese Momente gehören zur Prüfung des Lebens und lassen einen Menschen innerlich wachsen. Außerdem ist es doch oft schon wer genug mit sich selber auszukommen, wie kann man da erwarten, dass es, mit mehr Menschen auf die man Rücksicht nehmen muss, leichter werden kann? Und man versteht, dass man im Hier und Jetzt leben muss, denn diese Zeit mit seinen Kindern bekommt man nie wieder und man wird sie sich mit Sicherheit zurück sehnen, auch wenn man dies im Augenblick noch nicht glauben kann. Vielleicht sollte man sich das einfach häufiger vor Augen halten, wenn man mal wieder seiner Selbstbestimmung hinterher trauert. Sie kommt wieder. Versprochen.


Mutige Mütter

Es gibt in den unendlichen Weiten des Internets eine ganze Menge Blogs in denen Eltern darüber schreiben wie es ist Eltern zu sein. Mütter und Väter die aus ihrem Alltag erzählen und aus dem Nähkästchen plaudern. Ich lese diese Blogs oft mit einer Mischung aus Bewunderung und Abneigung. Bewunderung, wie jemand so ehrlich all seine privaten Gedanken über seine Kinder aufschreiben und veröffentlichen kann, ohne Angst davor falsch verstanden oder hart kritisiert zu werden. Abneigung, weil ich manchmal Dinge lese von denen ich denke, dass man so etwas nicht über seine Kinder denken sollte und wenn doch, es dann wenigstens nicht jedem erzählen muss. Oder?

Irgendwie stecken doch alle Mütter in diesem Teufelskreis fest, nach außen hin perfekt zu wirken oder zumindest so, als ob sie alles unter Kontrolle haben. Brauchen wir da nicht gerade mutige Mütter? Mütter die bereit sind zu erzählen wie es wirklich ist Mutter zu sein, um Denen, die da noch Mütter werden, Ängste und falsche Erwartungen zu nehmen. Und Denen, die auch Mütter sind zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Um zu zeigen, dass Mütter auch nur Menschen sind. Und fehlbar. Oft reden nicht einmal Mütter untereinander darüber wovor sie Angst haben, was sie nervt, was nicht funktioniert oder warum sie auch mal verzweifelt sind. Aber in der Realität gibt es keine perfekte, immer entspannte Mutter, die 24/7 mit Begeisterung alle ihre Aufgaben (Haushalt, Kindererziehung, eventuell noch Karriere/Job) meistern kann.

Ich möchte kein „Mama-Blog“ sein, aber ich kann auch nicht abstreiten, dass sich viele meiner Gedanken darum drehen. Und wenn ich schon die Möglichkeit habe auf dieser Plattform – meinen Blog – meine Gedanken zu sammeln und zu ordnen, dann möchte ich in Abständen auch eine mutige Mami sein und einen Beitrag zur, sagen wir mal, „Aufklärung und Motivierung“ leisten. Denn ist es nicht so, dass wenn man sich schlecht fühlt und die Welt hinterfragt, man dann immer auch das Gefühl hat man wäre mit diesen Gedanken ganz allein auf der Welt? Ich jedenfalls denke das häufig. Und wenn es auch nur einem anderen Menschen da draußen so ähnlich geht wie mir und er durch meine Worte etwas Kraft schöpfen kann, dann lohnt sich für mich jedes einzelne Wort, dass ich schreibe.