Heute auf dem Speiseplan: Der Nachtisch

hh schrieb über meinen letzten Blogpost: „Schon theatralisch… aber jetzt will man ja wissen: was macht britpott 2014?“

Die letzten drei Monate habe ich damit verbracht darüber nachzudenken: Wie es hier weiter gehen soll und wo genau noch immer das Problem meiner Schreibblockade liegt. Ein paar Gedanken konnte ich sogar einfangen und zu der Liste von Dezember addieren.

Also warum habe ich (schon wieder) so lange (schon wieder) nichts geschrieben?

Häufig schreibe ich darüber, was ich fühle und denke und wenn ich meine Beiträge dann Wochen oder Monate später noch einmal lese, frage ich mich oft: So ein Quatsch, warum hast du das geschrieben? Das empfindest du doch gar nicht so! (Ja, häufig spreche ich mich auch in der wirren dritten Person an.) Jedenfalls bin ich dann vielfach gewillt, die betroffenen Artikel einfach zu löschen (was auch die schwindende Artikelanzahl erklärt..).

Ich musste erstmal lernen, dass die Empfindungen die ich habe, auch wenn sie sich wandeln (was wiederholt mit ausreichendem oder mangelndem Schlaf in Verbindung steht), dass diese Gefühle trotzdem gut sind. Denn es ist wichtig sich auch im Nachhinein an negative Gefühle und damit verbundene Situationen erinnern zu können, um überhaupt zu merken, dass sich a) etwas gebessert, verändert hat und man gar nicht so sehr auf der Stelle getreten ist, wie man es geglaubt hat und b) um zu lernen, dass auch Gefühle verschwinden, sich ändern und dass man einer Sache nicht immer gleich gegenüber stehen kann. Ich meine, Kinder werden größer, man selber wird älter und vielleicht hat man auf einmal auch wieder etwas mehr Zeit für sich und seine Gedanken. Wenn man später zurück blickt und etwas liest, von dem man weiß, dass es eine schwere Zeit war, man es aber geschafft hat weiter zu gehen und die Situation heute ganz anders sieht, dann gibt das vielleicht auch jemand anderem die nötige Kraft wirklich daran zu glauben, dass viele Dinge im Leben nur eine Phase sind. Ganz gleich ob es dabei um Liebeskummer, Trennungsschmerz, Sinnkrisen, Jobwechsel oder etwas völlig anderes geht.

Auch bin ich gerade dabei zu lernen, mir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen, wie meine Blogposts beim Leser wohl ankommen. Was man darüber denken könnte, wie jemand anderes es wohl empfindet, was ich schreibe. Letztendlich schreibe ich die meisten Dinge doch nur für mich auf und wenn es jemand liest und gut findet, schön. Und wenn ich jemand motivieren, erreichen oder positiv beeinflussen kann, noch schöner. Aber wenn nicht, dann habe ich wenigstens ein Tagebuch, dass mich daran erinnert wie ich mal war, wie ich mich verändere und wie sich mein Leben wandelt. Und was gibt es spannenderes als das Leben dabei zu beobachten, wie es sich verändert.

Genug erklärt, ausreichend gerechtfertigt. Jetzt gehe ich einfach weiter.
Getreu dem Motto: yeah, but I was like, I don’t really care