#Rügen 02 – Wetterbericht

Die letzten Tage war wirklich verrücktes Wetter. Als die Jungs und ich gestern mit dem Auto von Usedom nach Rügen fuhren, war ich wirklich froh, dass wir bis unters Dach vollgepackt waren. Denn trotz des vielen Gepäcks, pustete der Wind uns zeitweise wie eine Nussschale hin und her. Wirklich gruselig. Auf Rügen angekommen pfiff der Wind um unser kleines Ferienhaus, welches an zwei Seiten nur von offenem Feld umgeben ist, so dass alle Fensterläden wild klapperten und der Himmel über uns mal wieder tief und grau, wie zum anfassen, wirkte.
Selbst heute Morgen war es noch windig und bewölkt, doch im Laufe des Tages konnte man fast zusehen, wie der Himmel aufriss und der Wind sich verabschiedete. Als wir dann am Nachmittag kurz am Meer waren, (zwecks gutem Internetempfang ;-) und) um uns die Lage nach dem Sturm auf Rügen anzuschauen, war ich wirklich überrascht. Die Wellen waren zwar noch immer aufgewühlt und verschluckten große Teile des Strandes, dennoch war es so gut wie windstill. Auch habe ich gehört, dass es in Leipzig seit Anfang der Woche durchgeregnet hat, doch hier oben an der Küste ist kein einziger Tropfen gefallen und dank der Sonne war es heute Nachmittag auch schon wieder so warm, dass die Jungs mit den Beinen im Wasser herumspringen konnten. Vielleicht können wir sogar in ein paar Tagen einen Badeversuch wagen, aber das ist, ganz klar, eine Papa-Aufgabe, ich muss ja die Bilder machen und das Ganze dokumentieren :-D


#Rügen 01 – Weiter geht´s

Ich hatte die letzten Tage enorme Datenvolumen-, Internetgeschwindigkeits- und Hilfe-wir-reisen-ab-und-ich-muss-noch-packen-Probleme.
Gepackt und weitergezogen bin ich nun endlich, das Volumenproblem hat Fräulein MP. vom Netzanbieter meines Vertrauens für mich gelöst (vielen Dank für den schnellen Support!) und für eine bessere Internetverbindung bin ich heute extra in das nächstgelegene größere Dorf (6km!) gefahren.
Seit wir uns gestern aus Usedom verabschiedet haben, wohnen wir nämlich in einer klitzekleinen Ansammlung von Ferienhäusern auf Rügen, die nicht mal wirklich als Ort zählen. Es ist wunderbar idyllisch, ruhig, urlaubsmäßig, aber ich habe nicht mal anständiges Edge. Dafür Blick auf ein Weizenfeld, das sich beruhigend im Wind wiegt. Herrlich!

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Gestern

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Heute


#Kur 38 – Erholung & das Ende vom Lied

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir gestern die Kurklinik. 30 Tage haben wir zwischen Meer und Müttern gelebt und auf der einen Seite freue ich mich, dass ich endlich nicht mehr von Kindergetrampel, morgens halb sieben vor meiner Zimmertür, geweckt werde, dass ich mir frei aussuchen kann, wann ich mich wo zum Essen hinsetze und mit wem ich mich dabei unterhalten möchte, dass ich wieder bei offenem Fenster schlafen kann, ohne dass die Belüftungsanlage unter meinem Fenster die ganze Nacht arbeitet und ich freue mich auch, dass ich die Waschmaschine wieder problemlos bedienen kann ;-) Aber anderseits ist es auch ganz nett, wenn man mal nicht putzen, nicht kochen, nicht einkaufen und sich noch nicht mal Gedanken übers Einkaufen machen muss. Wenn man die Handtücher und die Bettwäsche einfach auf den Boden wirft und dafür frische Wäsche bekommt. Und unumstritten hat es eine Menge Vorteile, wenn man nur zehn Minuten von der Zimmertür bis zum Meer braucht. Ich bin also froh, dass ich die vier Wochen gut überstanden habe, aber auch traurig, dass sie schon vorbei sind. In jedem Fall hat es sich überhaupt nicht so lang angefüllt, stattdessen waren die Tage immer ratzfatzschnell um.
In der letzten Woche ist dann die Stimmung in der Gruppe nochmal umgeschlagen und die meisten Mütter schienen gedanklich schon beim packen zu sein. Viele waren (wieder) gereizt, genervt und es wurde kräftig gemeckert und über die anderen Mütter gelästert (nur dass man jetzt auch ihre Namen und bestenfalls einen Teil ihrer Lebensgeschichte kannte). Und ich glaube, fast alle Mütter wären am liebsten schon viel eher abgereist, weil sie die Nase voll hatten und / oder Zuhause vermissten.
Mir ging es glücklicherweise nicht so, doch als am Dienstag alle Mütter meiner Anreisegruppe abfuhren, war es schon merkwürdig beim Essen zu sitzen oder durch die Gänge zu laufen und gar kein bekanntes Gesicht mehr zu sehen. Selbst das Wetter, welches Dienstag von strahlendem Sonnenschein auf Sturm umgesprungen ist, wollte uns in aller Deutlichkeit mitteilen, dass es Zeit ist zu gehen. Insofern war es also der richtige Zeitpunkt, als wir Mittwoch früh in unser kleines Auto stiegen (ich weiß bis heute nicht, warum wir als Einzige erst Mittwoch Abreisetag hatten) und den nächsten Punkt auf unserer Reise antraten: Rügen.
Schon lange vor der Kur war dieser Urlaub geplant und ich freue mich sehr, dass wir so nahtlos weiterfahren konnten und somit auch noch länger in den Genuß der guten Seeluft kommen werden. Doch am meisten freue ich mich darüber, dass ich nicht mehr mit meinen Jungs alleine sein werde, wenn der Rest der Familie morgen anreist. Denn egal wie sehr man seine Kinder liebt, vier Wochen als DER Bezugspunkt schlägt einfach irgendwan schwer auf die Nerven und man ist froh, wenn man Verantwortung und Pflichten wieder teilen kann.
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich in den letzten Wochen gefragt wurde, ob ich mich auch gut erhole. Vielleicht muss man das mal in aller Deutlichkeit niederschreiben: Eine Kinder-Rehabilitation ist kein Erholungsurlaub! Jedenfalls nicht für die Mütter. Man hat jede Menge Therapien und Pflichten (wie Schulungen und Vorträge) zu besuchen und wenn man Freizeit hat, verbringt man diese mit seinen Kindern. Das ist nicht negativ gemeint, aber es ist eben auch keine Erholung, während der man ein bißchen faul herum sitzen und ein Buch lesen oder mal die Seele baumeln lassen kann. Ruhe herrschte eigentlich nur, wenn die Jungs schliefen und dann war ich meist selber so müde, dass ich kaum zu etwas gekommen bin (und sich zum Strand schleichen, während die Kinder schlafen, nun ja, dafür ist er dann doch zu weit weg).
Alles in allem waren die letzten vier Wochen nicht so anstrengend, dass ich es nie wieder tun würde, aber doch anstrengend genug, dass es nicht gleich sein muss ;-)


#Kur 37 – Der Sturm

Montag Vormittag bin ich noch mit kurzer Hose am Strand entlang spaziert, am Nachmittag gab es dann ein paar Wolken und der Wind wurde etwas frischer, aber alles in allem war es trotzdem schönes, warmes Wetter. Doch dann kam Dienstag. Der Himmel hatte sich in eine graue Masse verwandelt und der Wind pustete über die Straßen. Anfangs dachte ich mir nichts dabei, da ich weder Radio gehört, noch Fernsehen geschaut hatte und auch meine Wetter-App anteilnahmslose 14 Grad anzeigte. Wetterwarnung? Pustekuchen! (Herrliches Wortspiel :-D) Einzig wunderte ich mich darüber, dass der Himmel zwar dunkel, aber kein einziger Tropfen Regen zu sehen war.
Am Nachmittag wollten meine Jungs dann nochmal zum Meer, um sich zu verabschieden. Auf dem Weg dorthin wurde mir endlich klar – das ist kein normaler Wind. Die sonst so ordentliche Straße zum Strand war voller Blätter und Tannzapfen und ab und an lagen sogar dicke Äste auf dem Fußweg.

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Die letzten Meter zum Strand läuft man über ein asphaltiertes Dünenstück und noch bevor wir dort überhaupt ankamen, sahen wir die Wellen und der Wind peitschte uns Sand um die Ohren und verschlug uns mit seiner Heftigkeit den Atem. Den Kinderwagen parkte ich im Windschatten eines Hauses und nahm beide Jungs fest an die Hand. Gemeinsam kämpften wir uns zum Strand vor und der Anblick, der sich uns bot, war faszinierend, atemberaubend und angsteinflössend zugleich.
Die Wellen war unglaublich hoch, schaumig und laut, man konnte sein eigenes Wort kaum verstehen und der Sandstrand war auf ein Viertel zusammen geschrumpft.

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Alle Strandkörbe, die sonst großzügig verteilt standen, hatte man in Zweierreihen ganz nah an die Düne geschoben.

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Dennoch waren alle Körbe und der Sand bis zur Düne feucht, obwohl es, wie gesagt, überhaupt nicht geregnet hatte. Der Wind bließ Wasser und Salz so unbarmherzig umher, dass man innerhalb von Minuten einen feinen Film auf der Brille hatte und einem das Gesicht weh tat.
Aber am beendruckendsten fand ich, wie eben schon erwähnt, dass sich der Strand auf ein Viertel reduziert hatte.

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Auf den beiden Bildern kann man ganz gut erkennen, wie viel Strand normalerweise vor dem Trampolin ist. Am linken Bildrand, quasi dort wo Boot und Trampolin im Bild aufhören, ist noch etwa drei Meter Platz und dann kommt bereits die Düne.
Natürlich liest man manchmal über Naturgewalten, sieht sie im Fernsehen oder hört davon im Radio, aber selber direkt davor zu stehen und es mit eigenen Augen zu sehen, das ist wirklich unbeschreiblich. Es macht einem deutlich wie klein und unbedeutend wir Menschen eigentlich sind und, dass es nur eine wohlgemeinte Laune unseres Planeten ist, dass wir überhaupt noch da sind.

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Ps. Wenn ich mich wieder zu Hause befinde, mit richtigem Internet, dann lade ich auf jeden Fall noch ein paar Videos hoch, die ich im Sturm am Meer gemacht habe. Das muss man einfach gesehen haben!
-> Zu den Videos geht es hier entlang!


#Kur 36 – Strandspaziergang (The day before the storm)

Montag Morgen, 9 Uhr. Die Sonne strahlt vom Himmel als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Es ist keine Wolke zu sehen und der Wind weht leicht und angenehm vom Meer herüber. Ich gönne mir einen freien Vormittag, setze meine Kopfhörer auf und laufe zwei Stunden am Strand entlang.

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Das Wasser ist klar und mit 17 Grad auch endlich so warm, dass man darin stehen kann ohne blaue Zehen zu bekommen ;-)

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Sieht aus wie ein schlafender Drache, der seine Schnauze am Wasser geparkt hat und..

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.. mit stachligem Rückenpanzer.



Handtuch-Tag Pt.3 (Gastbeitrag)

Mit freundlichen Grüßen aus und nach Leipzig vom dktnecro (aka bester Ehemann) und seinem Handtuch.

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Das Handtuch beim Wählen.

(Ihr wart doch alle wählen, nicht wahr? Ansonsten schämt euch! Ich habe schon vor einer Woche per Briefwahl meine Stimme abgeben.)

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Das Handtuch beim arbeiten im Herzen der Oper Leipzig.

Vielen Dank für die Bilder <3


Handtuch-Tag Pt.2

Happy Towel Day everybody! :-)
(Vier Mal musste ich erklären, warum ich ein Handtuch mit mir herum trage, drei Personen kannten immerhin das Buch, wenn auch nicht den Autor..)

Das Handtuch und ich hatten einen sehr schönen Feiertag, aber seht selbst.

Das Handtuch ..

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.. und die Wahl des Feiertags-Outfits.

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.. beim Sonnenbaden.

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.. beim Sandburg bauen.

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.. beim Mittagessen.

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.. rollt sich zum Mittagsschlaf zusammen.

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.. feiert mit Kaffee & Kuchen.

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.. beim Spielen am Strand.

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.. in Action auf Entdeckungstour.

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.. beim Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.

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.. beim bloggen über seinen Feiertag.

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.. sagt Gute Nacht!


Handtuch-Tag Pt.1

Morgen ist Handtuch-Tag.
Natürlich ist diese Tatsache weitläufig bekannt und jeder weiß was er zu tun hat und niemals würde ich jemandem unterstellen, er könnte diesen Tag oder seine angemesse Zelebrierung vergessen, daher halte ich diesen Blogpost auch für völlig unnötig (dennoch wollte ich es kurz erwähnen, falls es doch noch ein paar Unwissende geschafft haben, diesen Tag die letzten Jahre zu übersehen).

Der Handtuch-Tag (Towel Day) findet jährlich am 25. Mai zum Gedenken an den britischen Autor Douglas Adams statt, der 2001, mit nur 49 Jahren, an einem Herzinfarkt verstarb. Douglas Adams war Autor der weltberühmten satirischen Science-Fiction-Reihe Per Anhalter durch die Galaxis und am Handtuch-Tag tragen Fans des Schriftstellers ein Handtuch mit sich herum, welches in Adams´ Büchern als „so ziemlich das Nützlichste“ bezeichnet wird, was man auf Reisen durch die Galaxis mit sich führen kann. (Der Held Arthur Dent nimmt ein Handtuch mit auf seine Reise ins Weltall, kurz bevor die Erde einer Hyperraum-Expressroute weichen muss und deshalb zerstört wird.)

Doch um den Anhalter im Detail zu zitieren:
„Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw, usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade „verloren“ hat. Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.“
(Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis)

Ps. Ich habe mir dieses Jahr sogar extra ein neues Handtuch gegönnt. Nicht frisch gebügelt (kann ich nicht), doch dafür frisch gewaschen, wartet es auf seinen großen Tag. Selbst für die Nachwuchsnerds ist gesorgt :-D

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In diesem Sinne,
so long, and thanks for all the fish.


#Kur 34 – Besitz

Seit 25 Tagen bin ich nun schon von zu Hause weg, länger als jemals zuvor in meinem Leben, und wenn man so lange mit wenig Besitz auskommt, macht man sich so seine Gedanken über die materiellen Dinge.

Bevor ich eine Reise antrete frage ich mich immer: Was packe ich ein, was brauche ich wirklich und wieviel Gepäckstücke will ich maximal mitnehmen? Meine Jungs und ich werden am Ende unserer Reise knapp sechs Wochen unterwegs gewesen sein (denn nach unserem Kuraufenthalt wird es noch weiter gehen, doch dazu später mehr), dementsprechend viel Gepäck mussten wir auch in unser kleines Auto stopfen. Hauptsächlich natürlich Klamotten und Schuhe, immerhin wollten wir ans Meer, wo sich das Wetter wild und unstet zusammenbraut. Doch abgesehen davon haben wir wirklich wenig an persönlichen Dingen und Spielzeug dabei. Aber, und das erstaunt mich, wir brauchen und vermissen nichts. Mal nicht zu Hause zu sein und auf alles Zugriff zu haben zeigt auf, dass man die meisten Dinge irgendwie gar nicht braucht. Und diese Einsicht empfinde ich als sehr befreiend.

Was habe ich noch gelernt, in den letzten Wochen seit meiner Abreise? Ich habe gelernt, dass es relativ wenig materielle Dinge gibt, die mir wirklich wichtig sind, dich ich vermisse und auf die ich langfristig nicht verzichten möchte. Und von diesen wichtigen Dingen sind viele glücklicherweise digital: Musik, Bilder, E-Books, Filme, mein Blog, etc. Auch kann ich sagen, dass mir diese Daten wichtiger sind als das Endgerät, was bedeutet, wenn mein Laptop kaputt gehen würde, wäre das nicht so schlimm, solange meine Daten noch irgendwo gesichert sind. Und natürlich ist es sehr praktisch, dass man im Grunde nur ein oder zwei Endgeräte braucht um auf alle Daten zugreifen zu können. Seit ich unterwegs bin, habe ich zum Beispiel nur Handy und E-Book-Reader dabei, das reicht mir völlig aus. Dank dem digitalen Zeitalter ist es wirklich einfach geworden, sich nicht mehr mit lauter materiellem Besitz vollzustopfen zu müssen.
Die restlichen (analogen) Dinge, die ich unbedingt aufbewahren möchte, sind Erinnerungsstücke (wie Briefe, Schmuck, das erste Stofftier, Babydinge meiner Jungs, Fotoalben, Tagebücher etc.), die alle samt in ein paar mittelgroße Kisten packen. Und das finde ich richtig gut. Es fühlt sich sehr leicht und einfach an. Letztendlich ist alles zusammen so wenig, dass ich das meiste retten könnte, wenn ich aus einem brennenden Haus rennen müsste. Ich glaube, dass das nicht viele Menschen von sich sagen können. Und ich glaube, dass man sein Herz nicht an zu viele materielle Dinge hängen sollte, weil diese Dinge nur Ballast sind und man vieles oft nur aufbewahrt um es zu besitzen, nicht um es zu benutzen.
Ein guter Freund von mir prägte den Satz: „Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“ und ich bin in meinem Leben verdammt oft umgezogen, vielleicht hängt mein Herz daher nicht an allzu vielen Dingen.

Seit Jahren schon praktizierte ich diese „Weniger ist mehr“-Strategie, lange bevor ich wusste, dass man es so nennt und lange bevor es wieder Trend geworden ist, sich von seinem Ballast zu lösen. Mir tut es richtig gut unnütze Dinge, die ich nicht mehr brauche, weiter zu geben. Nicht alles zu brauchen oder als wichtig zu empfinden, Besitz auch loslassen zu können, ist wirklich Balsam für die Seele.
Hier also mein Tipp zum Wochenende: Wenn der Schrank das nächste Mal voll ist, lieber ordentlich ausmisten statt einen zweiten Schrank zu kaufen :-)