Happy Birthday Harry!

Es scheint mir eine Ewigkeit her, dass der Hype um „dieses Harry-Potter-Buch“ auch mich erreichte und ich es lesen wollte, um mitreden zu können. Ich brauchte zwei Tage. Danach las ich sofort den zweiten Band, drei Tage. Den dritten und vierten Band verschlang ich in einer Woche. Es war 2001 und ich hochgradig mit dem Potter-Fieber infiziert.

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Wenn mich heute jemand fragt welches mein Lieblingsbuch sei, antworte ich immer voller Stolz, dass es die Harry-Potter-Bücher sind. Denn es spielt keine Rolle wie alt man ist oder in welche Kategorie diese Bücher (zumeist) einsortiert werden, wenn man mit einer Romanfigur aufgewachsen ist, wird sie immer ein Teil von einem selbst sein. Und mein Teil ist Harry.

Oder wie JK Rowling einmal sagte:

„No story lives unless someone wants to listen. The stories we love best do live in us forever. So whether you come back by page or by the big screen, Hogwarts will always be there to welcome you home.“

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Am 31. Juli 1991, seinem 11. Geburtstag, erfährt Harry, dass er ein besonderer Junge ist und ein Zauberer dazu. Heute, 2015, wird dieser besondere Junge 35 Jahre alt. Fiktiv hin oder her, Harry Potter begleitet unzählige Menschen auf der Welt seid so langer Zeit, dass man kaum noch von purer Fiktion sprechen kann.

Also hebt eure Gläser voller Butterbier und stoßt gemeinsam mit mir an:
Auf Freundschaft, Mut und Abenteuer. Auf den Zauber des Lieblingsbuches, das Gefühl es das erste Mal zu lesen und die Schauplätze darin, an die man immer wieder zurückkehren möchte.
Und auf Harry Potter – the boy who lived ♥

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Ps. Mehr Harry Potter zur Feier des Tages? Dann lies auch meinen ausführlichen Bericht über die Harry Potter Studio Tour in London.


#HausAmSee 04 – Tagebuch Woche 2,0

Dienstag:

Das Vordach bekommt heute den letzten Schliff und die Dach-Jungs stehen schon 7:41 Uhr auf der Matte. Mir hingegen stehen die Haare kreuz und quer vom Kopf ab und ich kann mich kaum artikulieren. Nach dem Frühstück kämpfe ich mit meiner Frisur und anschließend machen wir einen Waldspaziergang, um dem Gehämmer zu entfliehen. Herrlich diese Ruhe.

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Das Dach erstrahlt in neuem Glanz und wir räumen die Terrasse auf. Die Lieblingsmama saugt wie ein Weltmeister und doch plötzlich geht der Staubsauger aus. Ich habe die ganz hervorragende Idee nachzusehen, ob der Beutel vielleicht voll ist? Nein, der Beutel ist nicht voll, denn der Inhalt verteilt sich direkt wieder auf dem Boden der Terrasse. Der Staubsaugerbeutel war falsch herum eingelegt (Männer…) und den Rest dieser dreckigen Geschichte (inklusive diverser Flüche) kannst du dir sicher denken.

Zur nervlichen Beruhigung gehen wir ein zweites Mal in den Wald, dieses Mal um Pilze zu suchen. Doch statt Pilzen finden wir Seerosen im Froschteich und einen Ameisenhaufen (kribbel krabbel..),

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der einzige Pilz, den wir finden, erinnert stark an ein Märchen und ist mit Sicherheit genauso gefährlich. Also heute keine Pilzpfanne.

Mittwoch:

Wind, Wind, Wind. Aber die Lieblingsmama möchte frischen Kuchen essen und deswegen steigen wir ins Boot und fahren auf die andere Seite des Sees zum Bäcker. Ich habe das Gefühl, dass wir überhaupt nicht von der Stelle kommen. Ist das etwa eine Wasserschnecke, die uns da gerade überholt? Ein paar Wellen nehmen zudem soviel Schwung, dass wir wie in einer Nussschale hin und her geschaukelt werden. Ich mache mir ja keine Sorgen übers reinfallen (die Jungs tragen Schwimmwesten), aber wenn der Kuchen nass wird!

Am frühen Abend kann ich mich allerdings nicht mehr vorm Wasser drücken, denn ich muss mir dringend die Haare waschen. Das Wasserthermometer zeigt 21°. Dazu noch eine frische Brise Wind und man fühlt sich direkt wie Zuhause – wenn das warme Wasser ausfällt und jemand das Fenster aufmacht während man duscht. Wenigstens die Schwanenmafia lässt mich heute in Ruhe. Ich leide wahrlich genug.

Der NerdMann scheint übrigens auch zu leiden, denn er schickt jeden Tag eine Postkarte, seit er weggefahren ist :-) Heute sogar mit „kleiner“ Beilage. Vielen Dank und Liebesgrüße nach Leipzig :-*

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Donnerstag:

Winter is coming.. zumindest fühlt es sich so an, als ich am Morgen aus dem Häuschen trete. Der Wind pustet mir frischen Kloduft um die Nase, denn der Güllewagen leert gerade die Klärgrube. Morgenstund‘ und so.

Das bessere Highlight des Tages ist der Besuch der Postfrau. Sie bringt eine weitere Postkarte vom NerdMann (gnhihi)

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und ein Paket Bücher. Wieder mit Ritter Rost zum schmunzeln.

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Ritter Rost und der Drache


#HausAmSee 03 – Tagebuch Woche 1,5

Freitag:

Auch an diesem Morgen werde ich von streitendem Federvieh geweckt. Diesmal zanken sich zwei Kohlmeisen im Efeu vor dem Schlafzimmerfenster. Vielleicht hat er vergessen die Wurmreste runterzubringen oder sie hat dem Vogel von nebenan schöne Augen gemacht. Ich weiß es nicht, aber es geht heiß her im Efeu.

„Heiß her“ geht es übrigens auch im Wäscheschrank, denn obwohl wir Dienstag extra im Waschsalon waren, stapeln sich heute schon wieder Minis dreckige Hosen.. Ich frage ihn, ob er mich ärgern will und er antwortet mit „ja“. Super Sache. Also wasche ich alles mit der Hand, schließlich habe ich keine Wahl (und ich fürchte er weiß das). Auf dem Weg zur Wäscheleine hinterm Haus springen mir unzählige Grashüpfer um die Füße. Ihr chaotisches Gehopse sieht lustig aus, wie kleine Erbsen, die gerade runter fallen.

Am Abend beschließt der NerdMann, dass heute ein idealer Tag zum Grillen ist. Das Wetter ist so unglaublich sommerlich, dass wir vom vielen Baden bereits Schwimmhäute bekommen. Zitat: „An so einem Tag gehört es sich einfach, etwas gegrilltes zu essen!“ Ich esse Fisch und hake damit einen weiteren Punkt auf meiner Sommerliste ab.

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Samstag:

Man sollte nicht glauben, dass hier in der Einöde nichts los ist. Samstags, zum Beispiel, veranstaltet der örtliche Schrottplatz regelmäßig einen Flohmarkt. Dort sucht man sich dann etwas aus, dieses etwas wird gewogen und dann zahlt man, je nach Material, einen Kilopreis für seinen Fund. Na, klingt das nicht nach Spaß? Small und der NerdMann sind jedenfalls hin und weg von ihrem Fund und kommen mit einer Feuerschale zurück. Das Teil sieht aus, als würde es gleich zusammen brechen, aber es wiegt 25kg und ich kann es keinen Meter bewegen. Der NerdMann holt erstmal den Papierkorb und verbrennt dessen Inhalt, „weil es geht“. Männer.

Apropos. Am Nachmittag wollen meine Männer Abenteuer erleben und deshalb gehen wir Geocachen. Das ist wie Schatzsuche, nur für Nerds und mit „viel digital“. Die Straße zum ersten Cache (Schatz) ist als solche kaum zu erkennen und wir brauchen für 5 km fast eine halbe Stunde mit dem Auto. „Der Cache ist am Baum“ ist übrigens keine besonders detaillierte Beschreibung des Fundortes, wenn man sich in einem Wald befindet.

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Wir suchen und suchen und finden – nichts. Egal, weiter. Der zweite Cache ist auf einem kleinen Berg und diesmal bin ich der Grund, dass wir nichts finden. Es ist so warm und der Julisturm hat uns mittlerweile auch erreicht. Er pustet eine Menge fönwarme Luft durch die Gegend und deswegen bin ich gegen laufen und für Eis essen. Immerhin das Eis ist ein echter Erfolg. Ich kann mich kaum entscheiden und wähle schließlich Cheesecake und Ricotta-Feige.

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Am Abend nimmt der Sturm noch zu und fegt dermaßen heftig ums Haus, dass diesmal wirklich fast das Vordach dran glauben muss. Ein Getöse in der Bucht, dagegen klingen Kohlmeisen und Haubentaucher wie ein Stummfilm.

Sonntag:

Es ist kalt – nur 14 Grad beim Aufstehen und der Wind pfeift noch immer. Ich verkrieche mich in die Küche bis die Sonne raus kommt. Als ich beim Abtrocknen aus dem Küchenfenster schaue, entdecke ich auf dem Weg vom Tor zum Haus eine Bachstelze. Die Bachstelze an sich ist schwarz-weiß-grau und hat einen langen Federschwanz, der ihr beim Laufen neckisch übers Gras wippt (ja, man nennt das Wippschwanz, gnihihi). Meine Bachstelze sieht zudem aus, als ob sie einen schicken Irokesenhaarschnitt auf dem Kopf trägt. Sich ihrer Auffälligkeit völlig bewusst sieht sich die Bach-punk-stelze immer wieder um, als wolle sie sicher gehen, dass ihr Auftritt auch entsprechend gewürdigt wird. Applaus ist sie aber nicht gewohnt, denn als ich Beifall klatsche fliegt sie davon.

Am Abend gibt es dann noch einen Belegungswechsel. Die Lieblingsmama kommt, der NerdMann geht. Er ist nämlich zu gut für diese Welt und muss mal wieder ein paar andere Nerdseelen retten, bevor er seinen wohlverdienten Urlaub mit uns fortsetzen kann.

Montag:

Der Montag ist anstrengend (schon wieder), denn das klapprige Vordach wird heute ausgetauscht. Dafür haben wir die Handwerker im vorm Haus und die sägen und hämmern und zeigen, wie viel Krach sie machen können. Unser Extrazimmer „Terrasse“ ist durch die Bauarbeiten nicht benutzbar und das Wetter ist montagsmäßig sowieso nicht zu gebrauchen. Ich habe echt schlechte Laune. Wenigstens tragen mir die netten Dach-Jungs die Feuerschale des NerdMann in den Schuppen, bevor sich die Asche über der ganzen Wiese verteilt. Sie lachen dabei, als ob sie nichts wiegen würde. Ich bin so ein Mädchen.


#HausAmSee 02 – Tagebuch Woche 1,0

Dienstag:

Als es dämmert werde ich von lautem Geschnatter geweckt und das meine ich wörtlich. Ein paar Enten schreien so laut über den See, dass es mich wundert, dass sich noch keiner beschwert hat sie sollen leiser schnattern.

Außerdem tritt der worst case ein. Mini vergisst über Nacht, dass er eigentlich trocken ist und die unbedeutende Tatsache, dass wir keine Waschmaschine besitzen. Also stopfen wir sein gesamtes Bettzeug in den Kofferraum und fahren nach Berlin, ich hörte da gibt es Waschsalons. Das Glück scheint mit uns und wir finden recht schnell eine freie Waschmaschine. Während die Wäsche ihre Runden dreht, gehen wir ein Eis essen. Small und Mini interessieren fehlende Waschmöglichkeiten übrigens herzlich wenig und so landet die Hälfte des Eis‘ auf ihren Sachen und ein weiterer Teil auf der Bank vor der Eisdiele. Taschentücher habe ich natürlich auch keine dabei und bin gezwungen eine Drogerie aufzusuchen um Feuchttücher zu kaufen. Aber ich hätte es mir sparen können, denn die Jungs schmieren ihre Eisspuren an allem ab, was sie dort in die Hände kriegen. Beim Bezahlen tue ich einfach so, als gehören sie nicht zu mir, doch dann sprechen sie mich mit „Mama“ an und ich kann den Kassierer (der Filialleiter, ausgerechnet!) nur entschuldigend anlächeln. Nun ja.
Zurück im Waschsalon stopfe ich die nassen Klamotten in den Trockner und muss die Jungs weitere 30 Minuten in Schach halten. (Der NerdMann besorgt derweil einen neuen „Kasten mit Internet“.) Ich überlege sie auch noch schnell in eine Waschmaschine zu stopfen, immerhin kleben sie von oben bis unten (Mini hat sogar Eis am Hinterkopf), aber die anderen Leute gucken schon komisch. Also ziehe ich stattdessen die Wunderwaffe aller Mütter aus meiner Handtasche (zumindest zu meiner Zeit..) – einen GameBoy mit SuperMarioLand! Die Jungs sind beschäftigt und erfreuen den Rest der Kundschaft mit dem fröhlichen Sound von Pilzen, Sternen und Blumen (düm düdüdum, düdüdümdümdümdümdümdümdümdüm..).

Nachdem Wäsche, Kinder und meine Nerven wieder im Auto verstaut sind, freue ich mich, dass es nun wieder zurück in die Einöde geht und werde auch direkt für den nervigen Nachmittag entschädigt. Auf dem ungepflasterten Waldweg zu unserem Häuschen sehen wir plötzlich ein Reh. Es wechselt vor unseren Augen die Straßenseite und ist dabei viel größer als ich mir so ein Reh vorgestellt habe. Sein weiches Fell schimmert rotbraun in der Abendsonne und seine schwarzen Knopfaugen schauen kurz scheu in unsere Richtung. Ein wirklich schönes Tier. So etwas erlebt man eben nur im nirgendwo. Am Abend höre ich wieder das laute Geschnatter der Enten vom Morgen und laufe zum Steg um ein ernstes Wort mit ihnen zu reden. Aber ich komme gar nicht zu Wort, denn meine „Enten“ entpuppen sich als Haubentaucher. Zwei ausgewachsene und vier Jungtiere schwimmen an mir vorbei und machen dabei einen Krach, als streiteten sie sich darüber, welchen Film sie heute Abend ansehen wollen. Ich lasse sie ziehen, vorerst, denn ich muss an meinen Ausflug in den Waschsalon denken und bemitleide die Haubentauchereltern ein wenig dafür, dass sie ihre Brut nicht mal kurz mit einem GameBoy ruhig stellen können.

Mittwoch:

Trotz Einöde haben wir auch hier Nachbarn. Rechts wohnt ein älterer Herr, der stets zu sagen pflegt, „Man ist ja keine 90 mehr“, denn er ist bereits 93, aber fährt jeden Mittag mit seinem Boot zum Bäcker auf der anderen Seite des Sees und kauft sich dort eine Zeitung. Er ist beachtlich gut in Form. Linkerhand wird ebenso mehrgenerationsmäßig Urlaub gemacht wie bei uns und zur Zeit beherbergt das Grundstück unserer Nachbarn auch zwei kleine Hunde. Als wir am Nachmittag auf der Wiese sitzen kommt es daher zu einem spannenden Schauspiel. Wir bekommen Besuch von einer Schwanenfamilie.

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Der Schwan an sich ist bereits ein sehr eigensinniges Tier, aber mit seinen Kindern im Gepäck ist er wirklich ungenießbar. Die Hunde fangen also an mit bellen und können nur mit Mühe und Not am Halsband gepackt werden, bevor sie sich auf die fauchenden Schwäne stürzen, die ihre Junge verteidigen. Aber nicht, dass sich die Schwaneneltern irgendwie einschüchtern lassen. Nein, sie plustern sich auf und kommen immer näher. Ein Fauchen und Bellen fegt über den See, dann reißt sich einer der Hunde doch noch los und stürzt vor ans Ufer. Hätte ich mal ein Video gemacht, der totale Tier-Krimi direkt auf unserer Wiese. Der Hund entsinnt sich dennoch rechtzeitig, dass er kein Wasser mag und auch nicht schwimmen kann und belässt es beim wütenden Bellen, während die zickigen Schwäne von dannen schwimmen. Mal im Ernst. Kommen an, fauchen und wundern sich, wenn die Hunde anfangen ihr Herrchen zu beschützen.

Am späteren Abend steht dann noch das tägliche Waschprogramm an. Du erinnerst dich vielleicht, dass ich erzählt habe, dass es keine Dusche gibt. Wer sich waschen will geht bei Wind und Wetter in den See. Während ich mich also mit Himbeer-Limette in eine duftende Waldfee verwandle, kommt eine weitere Federfamilie auf uns zugeschwommen. Diesmal sind es fünf Enten. Am Anfang sind sie ein Stück entfernt, doch jedes Mal wenn ich mich umdrehe, verringert sich der Abstand. Ich fühle mich verfolgt. Bevor sie jedoch den Steg erreichen, sind wir sauber genug und treten den Rückzug an, man kann nie wissen. Am Ende sind diese Enten noch Teil einer Schwanenmafia.

Donnerstag:

Die letzte Nacht fiel ziemlich kurz aus, denn in der buchteigenen Klimazone war mal wieder Chaos. Ein Unwetter vom Feinsten. Erst erhellen unzählige Blitze den Himmel, ohne dass auch nur ein Donnern zu hören ist und plötzlich bricht die Hölle los. Es scheppert und knallt um unser kleines Häuschen, dass ich zwischenzeitlich Angst habe das Dach könnte wegfliegen. Heidewitzka. Irgendwann zwischen all dem Krach schlafe ich doch noch ein und am nächsten Morgen strahlt die Sonne vom Himmel, als wäre nichts gewesen. Wir holen den reparierten Außenmotor aus der Werkstatt und machen eine Bootstour über den See und den nächsten See und den übernächsten.

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Das Wasser spritzt unter dem Boot hervor und wirft kleine Perlen in die Luft, die in der Sonne glitzern. Es weht ein leichter Wind, der das Wasser in Abständen zu größeren Wellen auftürmt, so dass wir mit unserem kleinen Boot immer Mal wieder ordentlich durchgeschaukelt werden.

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Small und Mini jauchzen vor Freude und ich lasse die Seele baumeln (und wenn sie nicht hingucken esse ich heimlich Chips). Über uns fliegt ein Vogel, der einen Stock in seinen Krallen festhält. Ich frage mich gerade, ob er sich mit dem Gewicht nicht ein bißchen überschätzt, als seine Beute vor mir ins Wasser fällt. Der Vogel macht kehrt und fliegt zum Wald zurück. Als wir später in einen Kanal fahren, der See zwei mit See drei verbindet, treffen wir auf alte Freunde. Ich höre sie, noch bevor ich sie sehe: die Haubentaucherfamilie von Dienstag! Leider wollen sie kein Foto von sich machen lassen, daher gibt es nur ein Foto vom Kanal und die Vögel denkst du dir einfach ins Bild.

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#HausAmSee 01 – Tagebuch Woche 0,5

Man könnte meinen, dass auf einem kleinen Grundstück am See, mitten im Wald, nichts passiert was erzählenswert wäre. Man könnte außerdem denken, dass man sich auf eben diesen paar Quadratmetern langweilt und nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß. Vielleicht kommt man auf den Gedanken, dass sich jeder Tag gleich anfühlt und unbedeutend dahin plätschert.

Aber so ist es nicht.

Freitag:

Die Räder unseres Autos sind noch nicht ganz zum Stillstand gekommen, da haben wir bereits Badesachen an und springen nach 4 Stunden Autofahrt endlich vom Steg ins kühle Nass. Das Thermometer zeigt 32° an. Jippie, wir sind endlich da!

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Samstag:

Auch heute ist bestes Wetter in Sicht. Bevor die große Hitze anrollt, fahren wir zur nächsten Kaufhalle und decken uns mit Fisch, Fleisch und Grillkäse ein. Für den Abend steht Freundebesuch mit Grillen und Feuerschale an. Zwar zerstechen uns die Mücken, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Den Nachmittag verbringen wir damit, dass uns der NerdMann mittels Seil und Reifen hinter dem Ruderboot mit Außenmotor herzieht. Ich kann nicht aufhören zu lachen und falle ständig ins Wasser.

Sonntag:

Die Nacht ist schnell vorbei, der Morgen beginnt früh. Kurz nach sieben Uhr sitze ich im Ruderboot und meine (wahnsinnige) Freundin Pippi rudert mich durch die morgendliche Sonntagsruhe. Es ist so friedlich wie es (mit vierfachem Nachwuchs an Bord) nur sein kann. Nach dem Frühstück geht die Welt unter und es regnet in so dicken Tropfen vom Himmel, dass wir später das Boot auspumpen müssen, damit es nicht untergeht. Unser Besuch schwimmt fährt derweil wieder Richtung Heimat (schön war’s ihr Liebsten!). Am Nachmittag reißt der Himmel auf und vom Unwetter ist nichts mehr zu sehen (außer das volle Boot vielleicht).

Unsere Sommerdatsche steht übrigens in einer kleinen Bucht, über die ich seit Jahren die Vermutung hege, dass sie eine eigene Klimazone beherbergt. Eine Klimazone voller Extreme nämlich. Letztes Jahr zum Beispiel ist unweit unseres Häuschens der Blitz eingeschlagen und hat einen ganzen Baum in den See stürzen lassen. Der Knall war so laut, dass ich dachte ich werde taub. Wenn es regnet, dann eigentlich immer Sturzbäche, gibt es ein Unwetter, dann donnert und blitzt es, als würde hier ein Endzeitfilm mit zu vielen Special Effects gedreht werden, weht Wind ist es immer gleich ein Sturm und scheint die Sonne, dann brutzelt der See.

Montag:

Auch im Paradies wird es Montag und der beginnt mit Chaos. Erst geht der Außenmotor vom Ruderboot kaputt, dann „der weiße Kasten in dem das Internet wohnt“. Großartig. Außerdem wird mir klar, warum ich zumeist E-Books lese.. mein Reader ist nämlich mit Beleuchtung und die ist äußerst praktisch, wenn man nachts nicht schlafen kann. Ich habe versucht meinem Buch gut zuzureden, aber es will einfach nicht im Dunkeln leuchten. Und weil der Montag ohnehin gelaufen ist, fahren wir dann auch noch in den nächstgelegenen Konsumtempel aka Einkaufscenter, weil wir so „lebenswichtige“ Dinge wie Geschirrtücher vergessen haben und der NerdMann einen Baumarkt braucht. Dort kauft er einen Rasensprenger (boah wie spießig!) und freut sich beim wässern des Rasens wie ein kleines Kind.

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Small ist derweil mit mir im Buchladen unterwegs, aber ich kann mir kein Buch kaufen, weil er mir mein letztes Bargeld abschwatzt um seine eigene Büchersammlung zu erweitern (eine gute Investition, wie könnte ich da nein sagen). Für Mini nehmen wir ein weiteres Pixie-Buch von Ritter Rost mit und beim Vorlesen muss ich wieder schallend lachen.

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Ritter Rost und der Prinz, Pixie-Serie 222


Meine Sommer-Unbedingt-Tun-Liste 2015

Hier ist meine Liste der Dinge, die ich diesen Sommer unbedingt machen möchte. Mal sehen was ich alles schaffe und worüber ich berichten kann :-)

  • meine Sommer-Leseliste 2015 lesen
    = 6/15 Bücher
  • mit dem Boot über den See zum Eisladen fahren (oft!)
    = √ (im Schnitt aller drei Tage)
  • die Schwimminsel aufpusten, am Steg vertauen und darauf dösen
    = {√} hat nur halb geklappt, Schwimminsel hatte ein Loch, aber es gab ein Alternativkrokodil

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  • ein Indianderzelt aufbauen
  • über die Rutsche vom Steg ins Wasser rutschen
  • ein kleines Boot bauen und es schwimmen lassen
    = {√} naja, so halb, immerhin schwimmt es, aber für den Feinschliff fehlte uns die Ausdauer

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  • am Lagerfeuer sitzen und Marshmallows rösten
    = √

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  • lecker Fisch grillen
    = √

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  • Besuch des Sea Life Aquarium in Berlin
  • Besuch des Legoland Discovery Centre in Berlin
  • Besuch des Karls Erlebnisdorf Zirkow auf Rügen
    = √
  • Besuch des Karls Erlebnisdorf Elstal bei Berlin
  • eine Schatzsuche machen
  • lecker italienisch oder griechisch Essen gehen und dabei aufs Wasser schauen
    = {√} italienisch – ja, Wasser – ja, lecker – leider nicht, dafür völlig überteuert
  • ein Biotop im Gurkenglas anlegen
  • T-Shirts selber batiken

Meine Sommer-Leseliste 2015

Urlaubszeit = Lesezeit. Und in diesem Jahr habe ich mir einiges vorgenommen…
(Es ist ja nicht so, dass ich einen e-Book-Reader habe und mir eine Tasche voller Bücher als Gepäck hätte sparen können.. :-D)

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  • Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt √ (Mein Rating: 3/5)
  • Royce Buckingham – Die Karte der Welt √ (Mein Rating: 5/5)
  • Robin S. Sharma – Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte: Eine Parabel vom Glück
  • Julian Baggini – 100 philosophische Gedankenspiele
  • Ulrike Scheuermann – Wenn morgen mein letzter Tag wär: So finden Sie heraus, was im Leben wirklich zählt
  • Rolf Lappert – Pampa Blues √ (Mein Rating: 5/5)
  • Rachel Joyce – Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte √ (Mein Rating: 1/5)
  • Anna McPartlin – Die letzten Tage von Rabbit Hayes √ (Mein Rating: 5/5)
  • Joseph Delaney – Die Feinde des Geisterjägers √ (Mein Rating: 3/5)
  • Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
  • Christoph Marzi – Grimm
  • Nick Hornby – High Fidelity
  • John Izzo – Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben
  • Hildegard Ressel – Was ich wirklich will: Wie man den eigenen Wünschen und Fähigkeiten nicht länger selbst im Weg steht
  • Fabian Hischmann – Am Ende schmeißen wir mit Gold

Falls du noch mehr Inspiration brauchst, stöber doch mal unter Bücherei.


#Rügen 13 – Auf Wiedersehen und weiter

Mal ganz ehrlich, es auch nichts dran an so einer Woche Urlaub. Gerade erst angekommen und ausgepackt, muss man schon wieder alles zusammen suchen und zurück fahren. Und wenn man sich überlegt was man überhaupt erlebt hat, ist es unglaublich viel und am Ende doch nichts. Du kennst das sicher? Eine Woche fühlt sich an wie ein Tag und gleichzeitig wie ein Monat. Lang und kurz gleichermaßen. Verrückt ist das mit der Zeit. Und eine ganze Menge meiner Zeit habe ich mit Schreiben und Lesen verbracht, weil auch Mamis mal abschalten wollen und es im Grunde keinen besseren Babysitter gibt als die eigene Familie ;-)

Und nun geht die Reise weiter. Die nächsten vier Wochen verbringe ich mit Mini, Small und dem NerdMann irgendwo im nirgendwo, etwas unterhalb von Berlin, auf einem kleinen Grundstück direkt am See. Friede, Freude, Einöde und die Verlockungen des einfachen Lebens. Herrlich.


#Rügen 12 – Karls Erlebnis-Dorf Zirkow II

Auch dieses Jahr wollen wir dem Karls Erlebnis-Dorf in Zirkow einen Besuch abstatten (die Bilder vom letzten Jahr kannst du dir hier ansehen) und auch in diesem Jahr war das Highlight wieder die Fahrt mit dem Traktor.

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Karls, das steht für Erdbeeren soweit das Auge reicht und für viele liebevolle Details, wie zum Beispiel das „Hinterteil“ des Traktors, welches mit Blumenkästen voller Erdbeerpflänzchen bestückt ist …

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… oder der Tatsache, dass so ziemlich alles an „Schrott“ wiederverwertet wird um Atmosphäre zu schaffen. (Man wird sogar dazu aufgefordert seinen Schrott bei Karls abzugeben und bekommt dafür großzügige Erdbeergutscheine geboten, was immer das im Detail auch bedeuten mag.)

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Nach der Traktorfahrt, der Kartoffelsack-Rutsche, dem Streichelzoo und einem Rundgang auf dem Erlebnisparcour (inklusive „Schlage so laut auf den alten Kochtopf wie du kannst“), gönne ich mir ein Stück Erdbeertorte. Leider ohne Kaffee, der ist nämlich schon alle, dafür mit vielen süßen Erdbeeren und leckerem Vanillepudding. Dazu eine schmackhafte Erdbeerlimonade. Leider war ich so hungrig, dass ich glatt vergessen habe ein Foto zu machen :-)

Es ist schön zu sehen, dass das Erlebnis-Dorf jedes Jahr ein bißchen wächst. Sei es um neue Attraktionen oder weiteren kleinen Details. Dieses Jahr hatte man u.a. damit begonnen, ein wenig (Erdbeer-)Weisheiten zu verteilen.

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Am Ende unseres Besuches mache ich noch den obligatorischen Einkaufsbummel durch den Bauernmarkt und erstehe Marmelade, Limonade, Tee, Kekse, einen Kuli (fürs offline bloggen :-D) und einen Stoffbeutel. Small und Mini schmuggeln noch ein Kinderbuch vom kleinen Drachen Kokosnuss aufs Band (doch das haben sie längst in ihre Räuberhöhle verschleppt, weswegen es es fürs Foto leider unpässlich war).

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Das nächste Erlebnis-Dorf, was auf unserem Sommerprogramm steht, liegt im Elstal bei Berlin. Ich werde davon berichten. Vorallem bin ich auf das viel beworbene Maislabyrinth gespannt, dessen 25.000m² erst am 18.07. ihre Tore öffnen.


#Rügen 11 – Kap Arkona

Eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen ist das Kap Arkona mit seinen zwei Leuchttürmen. Klar, dass dieses Ausflugsziel auch auf unserer Liste steht.

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Rechts im Bild ist der alte Leuchtturm, auch Schinkelturm genannt, zu sehen. Er ist etwa 19m hoch und war von 1828 bis 1905 in Betrieb. Heute wird der alte Turm als Außenstelle des Standesamtes genutzt. Auf Wunsch werden hier geschlossene Ehen durch eine kleine Tafel im Boden vor dem Turm verewigt. Links daneben steht der neue Leuchtturm mit einer Höhe von 35m. Seit 1905 ist dieser in Betrieb. 1995 wurde die Lampe getauscht und sendet seit dem alle 17,1 Sekunden ein elektrisches Blitzfeuer von drei Blitzen aus, welches 24 Seemeilen weit sichtbar ist.

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Der alte Beleuchtungsapparat des neuen Leuchtturmes (vor dem Umbau 1995)

In südlicher Sichtweite der beiden Leuchttürme steht der ehemalige Marinepeilturm, der heute als Kunstmuseum und Atelier genutzt wird.

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Läuft man von den Leuchttürmen aus ca. einen Kilometer nach Nordwesten, befindet sich dort eine Stelle der Steilküste, Gellort genannt, die den nördlichsten Punkt Rügens markiert.

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Das Kap ist an sich wirklich idyllisch. Ich war schon mal letztes Jahr, Mitte Mai, hier. Leider habe ich zwischenzeitlich vergessen, dass gerade Haupturlaubszeit ist, weswegen nicht nur viele Urlauber unterwegs sind, sondern auch überall „Touristenstände“ aufgebaut wurden. Lieblose Imbissbuden, unfreundliches Personal, überteuerte Lebensmittel. Es stört sowohl das Landschaftsbild, als auch das Urlaubsvergnügen, wenn man viel bezahlen muss und dafür auch noch angemotzt wird. Und dabei dachte ich, auch Rügen lebt vom Tourismus. Wenigstens das Wetter ist auf unserer Seite. Es ist windig, aber sonnig und nach unserem Ausflug haben sogar alle ein bißchen Sonnenbrand im Gesicht.

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