#HausAmSee 09 – Tagebuch Woche 4,5

Freitag:

Der Countdown läuft. Dieser Post ist mein letzter Eintrag vom #HausAmSee für dieses Jahr.

Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie die Zeit gleichzeitig schnell und langsam vergehen kann. Man denkt sich „Was? Schon vier Wochen rum?“ und im selben Atemzug „Gefühlt waren wir ewig hier..“ In jedem Fall weiß der Wald, wie er mir den Abschied leicht machen kann. Zum Beispiel indem ich früh mit trockenem Mund aufwache und einen Schluck trinke, um dann festzustellen, dass plötzlich etwas in meinem Mund ist was da nicht hingehört: ein Ohrenkriecher, in voller Pracht. Ich spucke ihn ins Waschbecken und spüle nach. Der NerdMann sagt immer, ich solle nicht übertreiben, du weißt schon, wenn man Ungeziefer im Klo herunter spült und sich sicher ist, dass das Vieh mutiert auf 20-fache Größe wieder hoch krabbeln wird, um sich zu rächen. Ich übertreibe es also nicht und spüle nur kurz nach. Dann putze ich mir die Zähne vor lauter Ekel. Und während ich noch kräftig schrubbe, ja genau, krabbelt der Ohrenkriecher wieder aus dem Loch im Waschbecken. Diesmal lasse ich den Wasserhahn zehn Minuten laufen. Nur zur Sicherheit.

In der Nacht haben wir dann auch nochmal Besuch von der Maus im gelben Sack. Ich frage mich ob es dieselbe ist oder ein neuer Vertreter?

Samstag:

Heute gibt es noch einiges zu tun. Meine Aufgabe ist es, den Parkplatz wiederzufinden. Vor unserem Gartenzaun, zwischen Bäumen und Sträuchern, befinden sich (mittlerweile versteckt) zwei Stellplätze. Bewaffnet mit einer Gartenschere mache ich mich an die Arbeit. Unnötig zu erwähnen, dass der zu bekämpfende Strauch Dornen trägt. Doch am Ende trage ich den Sieg (und einen Haufen Grünzeug) von dannen.

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Nach getaner Arbeit winkt die verdiente Belohnung. Leider ist es auch ein Abschiedseis. Schnief.

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Und am Abend steht dann die letzte gemeinsame Bootstour an. Diesmal ohne Superhelden-Zwischenfall, dafür aber mit einem spektakulären Sonnenuntergang.

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Täusche ich mich, oder fliegt da ein (Wolken-)Drachen durch den Abendhimmel?

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Sonntag:

Es ist soweit, heute heißt es Abschied nehmen vom wunderschönsten irgendwo im nirgendwo. Und das scheint auch das nirgendwo zu wissen, denn als ich am Morgen die Fensterläden öffne, kann ich den See vor lauter Nebel nicht sehen und das soll was heißen, immerhin ist er nur knapp 15 Meter entfernt. Als sich der Nebel gegen Mittag verzieht, wird es ein letztes Mal richtig warm. Wehmütig schwimmen wir noch einmal durchs Wasser und sehen dem Unwetter in der Ferne zu, wie es langsam zu uns herüber zieht. Unser Urlaub ist vorbei und nichts zeigt das deutlicher, als der erste Regen seit 3,5 Wochen. Und der hat es wirklich in sich – mit Blitz, Donner und Windböen fegt er um unser kleines Häuschen.

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Ich ziehe mir eine Strickjacke über und springe, ein wirklich allerletztes Mal, über den nassen Rasen, bevor ich ins Auto steige und die Heimfahrt antrete.
Bye bye Wald, mach es gut See, ich vermisse dich schon jetzt liebstes nirgendwo, bis zum nächsten Jahr du wunderschönes #HausAmSee.

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One thought on “#HausAmSee 09 – Tagebuch Woche 4,5

  1. Greetings from hell@Ohrenkneifer ;)
    Und der nerdmann hat Recht, sie kommen immer wieder um sich zu rächen. Gibt ja genügend Filme dazu, nur waren es da meistens Alligatoren, die 10 Jahre in der Kanalisation hausen und plötzlich verschwinden Menschen und angefressene Körperteile werden gefunden.

    Bianca z.B. lebt immer noch in Angst wegen der englischen Kakerlake aus London ^^ .

    Aber dass der wieder hochgekrabbelt kam, wird an den alten Rohren liegen. Und ich kann dich beruhigen, sollte dieser wieder erwarten auf das 20fache seiner Körpergröße anwachsen, wird sein Körperpanzer brechen, da Insekten einen offenen Blutkreislauf haben :D

    Und ich habe gehört das Menschen jährlich im Schlaf so einiges an Viehzeug runterschlucken, ohne es zu wissen. In dem Fall, Mahlzeit ^^

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