Machs gut Sommer, sei gegrüßt Herbst (2015)

Astronomisch gesehen ist heute Herbstanfang. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, muss ich es noch einmal schreiben: es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Gerade erst war Sommersonnenwende und ich habe mir äußerst ambitionierte Pläne für die kommenden Wochen gemacht (Meine Sommer-Unbedingt-Tun-Liste 2015 kannst du hier nachlesen) und nun muss ich feststellen, dass ich nur sieben von 16 Punkten geschafft habe. Ich würde ja behaupten, dass ich nicht genug Zeit hatte, aber im Grunde war es einfach so warm, dass zu mehr als Baden ganz eindeutig die Lust (und Beweglichkeit) gefehlt hat. So sind zum Beispiel meine sorgfältig geplanten Ausflüge nach Berlin gar nicht erst zustande gekommen, denn wer will schon Fische schwimmen sehen, während einem selber der Schweiß den Rücken runter läuft. Dann doch lieber selber Fischlein spielen und im eigenen See baden. Die Sache mit der Rutsche habe ich schlicht vergessen und der DIY-Kram hat sich nicht ergeben. Die Schatzsuche haben wir zumindest begonnen, aber nichts gefunden. Der Geo-Cache war wohl gerade zur Reparatur. Und die Krönung des „nichts schaffen“ war dann das Essen beim Italiener, dass so schlecht und überteuert war, dass es demnächst noch einen eigene Blogpost bekommt.

Bleibt noch meine Sommer-Leseliste 2015. Sechs von 15 Büchern habe ich gelesen und es sind u.a. deshalb so wenig, weil ich nach dem sechsten Buch schon wieder andere Bücher zwischen den Fingern hatte, die ich sofort lesen musste.

Das waren:

  • Arthur Conan Doyle – Das Tal der Angst (Sherlock Holmes Band 4)
    (Mein Rating: 3/5)
  • Ben Aaronovitch – Fingerhut-Sommer (Peter Grant Band 5)
    (Mein Rating: 5/5)
  • Robin Sloan – Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
    (Mein Rating: 5/5)
  • Robin Sloan – Die unglaubliche Entdeckung des Mr. Penumbra
    (Mein Rating: 4/5)

Der Nachteil daran, wenn man ein gutes Buch liest ist, dass man bei unbekannten Autoren sofort nachsehen muss, was von ihnen sonst noch veröffentlicht wurde. So kommen auf ein gelesenes Buch im Schnitt drei neue Bücher. Auf der Herbst-Leseliste 2015 stehen daher in jedem Fall noch ein paar weitere Werke von Liv Winterberg und Anna McPartlin. Rachel Joyce hat mich dagegen überhaupt nicht überzeugt und ich bin mir nicht sicher, ob ich den Büchern über Harold Fry noch eine Chance geben will.

Wie auch immer, zusammengefasst kann man sagen: Auch im nächsten Jahr wird es wieder einen Sommer geben, zumindest astronomisch gesehen, und dann nehme ich mir einfach nur die Hälfte vor :-) Doch bis dahin heißt es: „Machs gut Sommer, sei gegrüßt Herbst“!


Vorschulschokofrösche

Es gibt keine Zufälle. Und so kommt es, dass heute der 01. September ist. Der Tag, an dem jedes Jahr pünktlich um 12:00 Uhr, ab Bahnhof King’s Cross, der Hogwarts Express seine Reise zur gleichnamigen Schule für Hexerei und Zauberei startet. Der 01. September markiert damit den ersten Schultag und ist stets der Auftakt für ein neues, spannendes Schuljahr.

Und weil es eben keine Zufälle gibt, betrete ich kurz nach halb 12 den Bahnsteig die uns zugeteilte Grundschule, um meinen kleinen Small für das kommende Schuljahr anzumelden. Es ist unfassbar, wie schnell unsere bisherige gemeinsame Zeit vergangen ist und ich kann mir in etwa vorstellen, wie schnell sein letztes Kindergartenjahr an uns vorüber flitzen wird. Denn obwohl ich ihn gerade erst für die Schule angemeldet habe und uns noch knapp elf Monate bis zum Schulanfang bleiben, stapeln sich bereits jetzt Termine und Pflichten, die es bis dahin zu erfüllen gilt. Im krassen Gegensatz dazu, ist dieser (für die Eltern sehr historische) Schritt ziemlich nüchtern und unspektakulär gehalten. Genau wie bei der Anmeldung zur Hochzeit auf dem Standesamt:  „Machen Sie mal hier ein Kreuz, dort ein Haken und da noch eine Unterschrift.“ Fertig. Da „tröstet“ es auch nicht, dass auf dem Informationsbrief für Eltern in fröhlich-fetten Buchstaben steht: „Endlich ist es soweit, ihr Sohn kommt in die Schule!“ Fehlt bloß noch, dass Konfetti aus dem Briefumschlag fällt.

Doch damit nicht genug. So ein Schulanfang reibt den armen Eltern ungewollt mehr als deutlich unter die Nase, dass das Kind unaufhaltsam größer wird und seine eigenen Wege gehen will. Ich dagegen fühle mich noch nicht (wieder) bereit für die Schule. Kindergarten ist easy, übersichtlich und macht uns allen Spaß, aber Schule? Da geht es nur noch um Hausaufgaben, Lernen und diesen einen Lehrer/Fach/Mitschüler, mit dem man überhaupt nicht klar kommt. Das ist kein Zuckerschlecken. Und immer muss man als Eltern immer den Schein waren und seinem Kind vermitteln, dass Schule ganz toll ist und einen auf das Leben vorbereitet, obwohl man es besser weiß. Und überhaupt, mein Kleiner ist doch noch so small. Schnief.

Doch es nützt alles nichts. Nun sind wir drin, im großen Hamsterrad namens Schule und es wird sich ewig drehen, bis wir hoffentlich ein Abitur in unsere Tasche stecken können. Auf diesen Schock diese Erkenntnis hin gönne ich mir, zur Feier des Tages, meinen letzten Schokofrosch (aus London) und kann beim Essen beinahe das Schnauben der Dampflok hören, die soeben King’s Cross verlässt und damit unser letztes schulfreies Jahr einläutet.

sfhp