Vorschulschokofrösche

Es gibt keine Zufälle. Und so kommt es, dass heute der 01. September ist. Der Tag, an dem jedes Jahr pünktlich um 12:00 Uhr, ab Bahnhof King’s Cross, der Hogwarts Express seine Reise zur gleichnamigen Schule für Hexerei und Zauberei startet. Der 01. September markiert damit den ersten Schultag und ist stets der Auftakt für ein neues, spannendes Schuljahr.

Und weil es eben keine Zufälle gibt, betrete ich kurz nach halb 12 den Bahnsteig die uns zugeteilte Grundschule, um meinen kleinen Small für das kommende Schuljahr anzumelden. Es ist unfassbar, wie schnell unsere bisherige gemeinsame Zeit vergangen ist und ich kann mir in etwa vorstellen, wie schnell sein letztes Kindergartenjahr an uns vorüber flitzen wird. Denn obwohl ich ihn gerade erst für die Schule angemeldet habe und uns noch knapp elf Monate bis zum Schulanfang bleiben, stapeln sich bereits jetzt Termine und Pflichten, die es bis dahin zu erfüllen gilt. Im krassen Gegensatz dazu, ist dieser (für die Eltern sehr historische) Schritt ziemlich nüchtern und unspektakulär gehalten. Genau wie bei der Anmeldung zur Hochzeit auf dem Standesamt:  „Machen Sie mal hier ein Kreuz, dort ein Haken und da noch eine Unterschrift.“ Fertig. Da „tröstet“ es auch nicht, dass auf dem Informationsbrief für Eltern in fröhlich-fetten Buchstaben steht: „Endlich ist es soweit, ihr Sohn kommt in die Schule!“ Fehlt bloß noch, dass Konfetti aus dem Briefumschlag fällt.

Doch damit nicht genug. So ein Schulanfang reibt den armen Eltern ungewollt mehr als deutlich unter die Nase, dass das Kind unaufhaltsam größer wird und seine eigenen Wege gehen will. Ich dagegen fühle mich noch nicht (wieder) bereit für die Schule. Kindergarten ist easy, übersichtlich und macht uns allen Spaß, aber Schule? Da geht es nur noch um Hausaufgaben, Lernen und diesen einen Lehrer/Fach/Mitschüler, mit dem man überhaupt nicht klar kommt. Das ist kein Zuckerschlecken. Und immer muss man als Eltern immer den Schein waren und seinem Kind vermitteln, dass Schule ganz toll ist und einen auf das Leben vorbereitet, obwohl man es besser weiß. Und überhaupt, mein Kleiner ist doch noch so small. Schnief.

Doch es nützt alles nichts. Nun sind wir drin, im großen Hamsterrad namens Schule und es wird sich ewig drehen, bis wir hoffentlich ein Abitur in unsere Tasche stecken können. Auf diesen Schock diese Erkenntnis hin gönne ich mir, zur Feier des Tages, meinen letzten Schokofrosch (aus London) und kann beim Essen beinahe das Schnauben der Dampflok hören, die soeben King’s Cross verlässt und damit unser letztes schulfreies Jahr einläutet.

sfhp

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