Happy Birthday Harry!

Es scheint mir eine Ewigkeit her, dass der Hype um „dieses Harry-Potter-Buch“ auch mich erreichte und ich es lesen wollte, um mitreden zu können. Ich brauchte zwei Tage. Danach las ich sofort den zweiten Band, drei Tage. Den dritten und vierten Band verschlang ich in einer Woche. Es war 2001 und ich hochgradig mit dem Potter-Fieber infiziert.

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Wenn mich heute jemand fragt welches mein Lieblingsbuch sei, antworte ich immer voller Stolz, dass es die Harry-Potter-Bücher sind. Denn es spielt keine Rolle wie alt man ist oder in welche Kategorie diese Bücher (zumeist) einsortiert werden, wenn man mit einer Romanfigur aufgewachsen ist, wird sie immer ein Teil von einem selbst sein. Und mein Teil ist Harry.

Oder wie JK Rowling einmal sagte:

„No story lives unless someone wants to listen. The stories we love best do live in us forever. So whether you come back by page or by the big screen, Hogwarts will always be there to welcome you home.“

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Am 31. Juli 1991, seinem 11. Geburtstag, erfährt Harry, dass er ein besonderer Junge ist und ein Zauberer dazu. Heute, 2015, wird dieser besondere Junge 35 Jahre alt. Fiktiv hin oder her, Harry Potter begleitet unzählige Menschen auf der Welt seid so langer Zeit, dass man kaum noch von purer Fiktion sprechen kann.

Also hebt eure Gläser voller Butterbier und stoßt gemeinsam mit mir an:
Auf Freundschaft, Mut und Abenteuer. Auf den Zauber des Lieblingsbuches, das Gefühl es das erste Mal zu lesen und die Schauplätze darin, an die man immer wieder zurückkehren möchte.
Und auf Harry Potter – the boy who lived ♥

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Ps. Mehr Harry Potter zur Feier des Tages? Dann lies auch meinen ausführlichen Bericht über die Harry Potter Studio Tour in London.


Meine Sommer-Leseliste 2015

Urlaubszeit = Lesezeit. Und in diesem Jahr habe ich mir einiges vorgenommen…
(Es ist ja nicht so, dass ich einen e-Book-Reader habe und mir eine Tasche voller Bücher als Gepäck hätte sparen können.. :-D)

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  • Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt √ (Mein Rating: 3/5)
  • Royce Buckingham – Die Karte der Welt √ (Mein Rating: 5/5)
  • Robin S. Sharma – Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte: Eine Parabel vom Glück
  • Julian Baggini – 100 philosophische Gedankenspiele
  • Ulrike Scheuermann – Wenn morgen mein letzter Tag wär: So finden Sie heraus, was im Leben wirklich zählt
  • Rolf Lappert – Pampa Blues √ (Mein Rating: 5/5)
  • Rachel Joyce – Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte √ (Mein Rating: 1/5)
  • Anna McPartlin – Die letzten Tage von Rabbit Hayes √ (Mein Rating: 5/5)
  • Joseph Delaney – Die Feinde des Geisterjägers √ (Mein Rating: 3/5)
  • Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
  • Christoph Marzi – Grimm
  • Nick Hornby – High Fidelity
  • John Izzo – Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben
  • Hildegard Ressel – Was ich wirklich will: Wie man den eigenen Wünschen und Fähigkeiten nicht länger selbst im Weg steht
  • Fabian Hischmann – Am Ende schmeißen wir mit Gold

Falls du noch mehr Inspiration brauchst, stöber doch mal unter Bücherei.


Insurgent oder wie ich eigentlich eine Filmkritik schreiben wollte

Ich fürchte ich muss mich entscheiden.
Jeder der gern liest weiß wie es ist, wenn man ein Buch gerade zu verschlungen hat und sich auf jeden Fall auch den Film ansehen will. Man hat die Figuren und Schauplätze im Kopf und möchte nun auch sehen, wie all das zum Leben erweckt wird. Aber für jemanden der die Bücher gelesen hat ist der Film häufig eine Enttäuschung, denn sind wir ehrlich, kein Film kommt jemals an das eigene Kopfkino heran. Doch was ist die Konsequenz? Den Film erst gucken, wenn man sich nicht mehr an alle Buchdetails erinnern kann? Den Film überhaupt nicht schauen? Erst den Film ansehen und dann das Buch lesen? Ich persönlich kann mich nur schwer motivieren etwas zu lesen, was ich bereits gesehen habe. Zum einen möchte ich mir erst mein eigenes Bild machen, bevor ich mir etwas „vorgeben“ lasse. Zum anderen, der Zeitaufwand! 120 Minuten etwas anzuschauen, von dem man weiß wie es ausgeht vs. mehrere Tage etwas lesen, von dem man das Ende bereits kennt.

Als ich gestern im Kino war, habe ich mich mal wieder an eine Buchverfilmung gewagt und mir Die Bestimmung – Insurgent angesehen. Eigentlich wollte ich darüber eine kleine Filmkritik schreiben, aber auf dem Weg zum fertigen Text ist mir etwas klar geworden: wenn ich das Buch vorher gelesen habe, kann ich den Film nicht mehr als eigenständiges Werk bewerten. Ich frage dann den NerdMann nach seiner Meinung und die fällt meist besser aus als meine. Denn obwohl ich das Buch schon nicht so besonders gut fand, empfand ich den Film noch schlechter. Von einer Buchverfilmung erwarte ich schon irgendwie, dass man nicht einfach eine ganze Storyline umschreibt. Und im Fall von Insurgent war ich fast ein bisschen entsetzt darüber, was man mit dem Budget (ca. 110 Millionen US-Dollar) gemacht hat. Alles in diesem Film war einfach „too much“: Die Action zu laut, die Special Effects völlig übertrieben, die ruhigen Szenen wirkte wie eine harsche Unterbrechung der Geschichte statt wie eine Verschnaufpause und manch eine Figur wirkte entsetzlich deplaziert im Gesamtbild. Überhaupt wurde viel Wert auf Details gelegt, die weder wichtig waren noch wirklich Sinn gemacht haben. Kurz gesagt, unwichtige Details wurden mit viel Budget unnötig aufgeblasen und wären mal besser ins Drehbuch inestiert worden.
Von einem guten Actionfilm wird man unterhalten und lacht an der einen oder anderen Stelle über einen witzigen Spruch oder der Entmachtung physikalischer Gesetze. Aber man hat nicht den Anspruch der Hauptfigur beim inneren Wachsen zuzusehen und erwartet auch keine psychologischen Tiefen. Das Buch von Veronica Roth, welches die Grundlage zum Insurgent-Kinofilm ist, will aber genau das. Alle Entscheidungen, jedes Handeln von Protagonistin Tris wird mit ihrem Innersten begründet. Im Buch soll der Leser an Tris’ Reise teilnehmen, auf der sie wächst und erwachsen wird. Im Film geht all das, was das Buch ausmacht, völlig verloren. Zum Beispiel Tris’ Beziehung zu Four wird (bis auf eine deplazierte, lächerliche Fummel-Szene) überhaupt nicht thematisiert, obwohl sie Tris’ Kraftquelle ist. Und so weiter, und so weiter.

Was ich damit sagen will ist, dass eine Buchverfilmung für den Bücherwurm immer schwer ist, aber das sollte uns nicht daran hindern ihn trotzdem genießen und als unabhängiges Erzeugnis betrachten zu können. Ich habe da leider meine Probleme. Vor allem wenn die Verfilmung kaum etwas von dem Feeling des Buches rüberbringen kann.
Zum Glück geht es aber auch anders und so bin ich von den Die Tribute von Panem – Filmen sehr angetan, obwohl ich auch hier alle Bücher gelesen habe. Auch den Film Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth fand ich gut gemacht und konnte „mein Buch“ darin wiederfinden. Für das Schreiben von Filmkritiken halte ich mich künftig aber lieber an Filme, die ich nur gesehen und nicht vorher gelesen habe.

Zum Schluß würde mich aber noch interessieren, wie ihr den „Konflikt“ zwischen Büchern und Filmen empfindet und vor allem, wie ihr ihn für euch löst?


Veronica Roth – Die Bestimmung (Bd.1)

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Autor:
Veronica Roth
Titel: Die Bestimmung
Originaltitel: Divergent
Protagonist: Beatrice „Tris“ Prior
Ein- oder Mehrteiler: Band 1 Die Bestimmung (Triologie),
(
Band 2: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit, Band 3: Die Bestimmung  – Letzte Entscheidung)
Genre: Science-Fiction, Fantasy, Dystopie, Jugendbuch
Verlag: cbt Verlag
Erscheinungsjahr: 2012
Umfang: 320 Seiten
Format: epub

Handlungsübersicht: Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft. Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht… (Amazon.de)

Gesamteindruck: Warum jedes Dystopie-Jugendbuch automatisch mit Die Tribute von Panem verglichen wird ist mir ein Rätsel. Zwar werden die Menschen in der Die Bestimmung-Welt ebenfalls in „Gruppen“ aufgeteilt (Fraktionen, keine Distrikte) und es gibt ein Mädchen, welches zwischen die Fronten gerät, aber das waren dann auch schon alle Gemeinsamkeiten. Im Vergleich zu Katniss Everdeen, die im Grunde ganz normal ist und nur ums Überleben kämpft, ist Die Bestimmung-Protagonistin Beatrice „Tris“ Prior nämlich tatsächlich speziell und passt nicht so ganz in die Welt, in die sie sich einfügen soll.

Die Idee hinter Die Bestimmung, dass die Menschen in einer Stadt die letzten Überlebenden sind und in fünf Fraktionen eingeteilt werden, die jeweils eine Tugend als die wichtigste ansehen und diese wahren wollen, finde ich sehr spannend. So lernen wir gleich mehrere neue Welten kennen: Altruan – die Selbstlosen, Ferox – die Furchtlosen, Ken -die Gelehrten, Candor – die Aufrichtigen und Amite – die Freundlichen und Friedfertigen. Tris selber wechselt am Anfang des Buches von Altruan zu Ferox. Dort angekommen scheint sie das schwächste Glied in der Kette zu sein und muss eine Menge Schläge (auch im wörtlichen) einstecken.
Das Einleben in Roth’s dystopischer Welt und das Kennenlernen der Figuren nimmt einen Großteil des Buches ein, aber es ist keinesfalls langweilig. Egal ob wir uns mit Tris durch Angstlandschaften kämpfen, Feinde entlarven oder ihre Gefühle für den geheimnisvollen Four ergründen, es bleibt spannend. Wie zu erwarten war, gerät das schöne Gerüst der Fraktionen am Ende des Buches allerdings stark ins Wanken. Dieser „Konflikt“ ist gut gemacht und beängstigend zugleich.

Doch leider gibt es auch einige Schwachstellen im Buch, gegen die auch dystopische Spannung und gute ausgearbeitete Schauplätze nichts helfen. Protagonistin Tris ist von Anfang an schwer zu verstehen. Ihre inneren Zweifel und die Gründe aus denen sie handelt sind oft schwer für den Leser nachzuvollziehen. Ja, das Buch ist spannend, man will wissen was noch alles passiert und ist auch hin und wieder schockiert, aber der „heiße Draht“ zu Tris hat mir das ganze Buch über gefehlt und auf manchen Seiten dazu geführt, dass ich sogar genervt von ihr war.

Sidefact: Zur Die Bestimmung Triologie gibt es noch einen weiteren Band. Nicht wirklich ein Prequel, aber in Die Bestimmung – Fours Geschichte erzählt Protagonist Four, der neben Tris die größte Rolle in der Triologie einnimmt, in fünf kurzen Geschichten von seinem Leben und aus seiner Sicht.

Fazit: *** (3/5) Gute Dystopie, spannende neue Welt, aber die Beweggründe manch eines Charakters, leider vor allem der Hauptfigur Tris, sind oft schwer nachzuvollziehen.
Empfehlung für: Fans von Dystopien wie Die Tribute von Panem oder Cassia & Ky, die neben Weltuntergangsstimmung gern noch ein bißchen Liebe lesen möchten.
Verfilmung: Die Bestimmung – Divergent (im Original: Divergent), 2014


James Dashner – Die Auserwählten Im Labyrinth (Bd.1)

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Autor:
James Dashner
Titel: Die Auserwählten – Im Labyrinth
Originaltitel: The Maze Runner
Protagonist: Thomas
Ein- oder Mehrteiler: Band 1 Die Auserwählten (Triologie),
(
Band 2: Die Auserwählten – In Der Brandwüste, Band 3: Die Auserwählten – In Der Todeszone)
Genre: Science-Fiction, Fantasy, Dystopie, Jugendbuch
Verlag: Chicken House
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang: 358 Seiten
Format: epub

Handlungsübersicht: Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet – einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth.
Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht Thomas einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben, und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um es herauszufinden. (Amazon.de)

Gesamteindruck: Gemeinsam mit einem gedächtnislosen Thomas sitzen wir am Anfang des Buches in einer schwarzen Kiste, die sich als Aufzug entpuppt. Mehr Informationen gibt es auch erstmal weder für Thomas, noch für den Leser. Auch wenn Dashners Buchanfang absichtlich so gewählt ist, dass man zwar in diese neue, sehr gewöhnungsbedürftige, Welt eintauchen darf, aber überhaupt keine Antworten bekommt, färbt Thomas‘ Frustration schnell auf den Leser ab. Ich war schon kurz davor das Buch wieder weg zu legen, doch die Neugier, was es mit diesem verdammten Labyrinth auf sich hat und warum dort knapp 50 Jugendliche gefangen gehalten werden, hielt mich letztlich zurück. Hat man sich erstmal durch den Anfang gelesen und verstanden, dass diese „Länge“ Dashners Stilmittel ist, dem Leser zu suggerieren, „Du bist hier genauso gefangen wie Thomas, also sei still und lies einfach weiter“, nimmt das Buch gewaltig an Fahrt auf. Die Ereignisse (und Enthüllungen) überschlagen sich und während man noch dabei ist, sich zu orientieren, Namen zuzuordnen und überlegt, welche Bedeutung hinter Worten wie „Strunk“ oder „klonk“ steht (einem erfundenen Slang der Labyrinth-Bewohner), steckt man schon mitten drin im Buch und möchte Thomas bei seinen Erkundungen nicht mehr von der Seite weichen.

Bei all der Schnelligkeit, mit der die Katastrophen letztlich über Thomas und den anderen Jungs hereinbrechen, wundert es nicht, dass die Charaktere im Buch nicht sonderlich viel Tiefe vorzuweisen haben. Es ist schwer die verschiedenen Jungs auseinander zu halten, da sie alle eine gewisse Gleichheit haben. Auch über Protagonist Thomas erfährt man nicht genug, um wirklich mit ihm leiden zu können und seine Entscheidungen sind teilweise schwer nachzuvollziehen. Meiner Meinung nach liegt der Fokus des Buches ganz klar auf der Story und nicht auf dem Innenleben der Figuren und wenn man sich damit anfreunden kann, ist das Buch wirklich lesenswert.

Und wie es eine gute Triologie an sich hat, ist auch das Ende ganz anders als erwartet und bietet einen Cliffhänger, der den Leser sofort zum zweiten Band greifen lässt.

Sidefact: Zur Die Auserwählten Triologie gibt es desweiteren zwei Prequels. In Deutschland erscheint Die Auserwählten – The Kill Order im August 2015 und erzählt die Verwandlungsgeschichte unserer Welt in die Dystopie, wie wir sie in Die Auserwählten – Im Labyrinth (also Band 1 der Triologie) vorfinden. The Fever Code soll 2016 veröffentlicht werden und wird die Brücke zwischen Kill Order und Im Labyrinth schlagen.

Fazit: *** (3/5) Gute Dystopie mit spannender Story, aber einigen Charakterschwächen.
Empfehlung für: Fans von Die Bestimmung, Die Tribute Von Panem oder Cassia & Ky
Verfilmung: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (im Original: The Maze Runner), 2014


Ben Aaronovitch – Die Flüsse Von London (Bd.1)

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Autor:
Ben Aaronovitch
Titel: Die Flüsse Von London
Originaltitel: Rivers Of London
Protagonist: Constable & Zauberlehrling Peter Grant
Ein- oder Mehrteiler: Band 1 Peter-Grant-Reihe,
(
Band 2: Schwarzer Mond Über Soho, Band 3: Ein Wispern Unter Baker Street, Band 4: Der Böse Ort, Band 5: Fingerhut-Sommer)
Genre: Krimi, Fantasy, Urban-Fantasy
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsjahr: 2012
Umfang: 320 Seiten
Format: epub

Handlungsübersicht: Peter Grant ist frischgebackener Police Constable in London. Eines Nachts wird er nach Covent Garden zum Tatort eines grausigen Mordes beordert. Dort begegnet er einem Geist, der behauptet, Zeuge des Mordes gewesen zu sein. Peters Hang zum Magischen und seine Begegnung mit dem Übernatürlichen ruft den letzten Zauberer Englands auf den Plan: seinen neuen Vorgesetzten, Polizeiinspektor Thomas Nightingale. Der führt Peter in die Grundlagen der Magie ein und gemeinsam folgen sie der Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren am selben Tatort den Tod fand. Außerdem muss sich Grant mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin herbeiführen und eine ganze Menge Latein lernen. „Ziemlich anstrengend, kann ich Ihnen sagen – und der Papierkram!“ (the-folly.com / Amazon.de)

Gesamteindruck: Wieder ein Buch das mir empfohlen wurde, wieder ein Buch bei dem ich den Klappentext ignoriert habe. Andernfalls wäre ich vielleicht skeptisch, ob der Sache mit dem „Zauberlehrling“, gewesen. Doch ich bin begeistert! Die Flüsse von London katapultiert den Leser direkt ins wunderschöne London von heute, an die Seite von Constable Peter Grant, der sich fragt ob ihm das alles passiert wäre, wenn er den Kaffee geholt hätte. Und es passieren eine ganze Menge Dinge im ersten Band dieser zauberhaften Krimi-Serie.
Ich liebe es, wenn man am Anfang einer Buchreihe in eine neue Welt geführt wird, die es bisher nicht gab. Und so ermittelt der Leser mit Grant nicht einfach nur in London, sondern auch „hinter den Kulissen“. Aaronovitch spickt die gesamte Story mit liebevollen Details über seine Stadt und gibt auch Einblicke in den historischen und mythologischen Hintergrund der Metropole an der Themse. Dabei baut er diese Details so feinfühlig in die Handlung ein, dass es den Leser nicht weiter verwundert, wenn Grant plötzlich der Themsegöttin persönlich gegenüber steht.
Eine magische Welt, die neben der britischen Realität existiert? Ja, das kennen wir schon von Harry Potter, aber keine Sorge, bei Aaronovitch liest man keinen billigen Abklatsch, sondern herrlichen bissig-englischen Humor, gepaart mit äußerst schrägen, aber sympathischen Charakteren, die sich hervorragend ergänzen und in einer Story agieren, die fesselt.

Den einzigen Negativpunkt den ich zu verzeichnen habe, sind die vielen Ortsbeschreibungen. Wie oben erwähnt ist die gesamte Story mit vielen Details über London versehen und man merkt in jeder Zeile Aaronovitchs Liebe zu dieser Stadt. Dennoch sind es passagenweise einfach zu viele Straßen- und Ortsnamen für jemanden, der sich in London nicht auskennt. Auch verliert sich Aaronovitch abschnittsweise gedanklich über die architektonischen Besonderheiten verschiedener Gebäude, was den Leser mehrmals verwirrt, wenn Grant gerade einem Verdächtigen nachgeht und plötzlich anfängt über die bauweise eines Platzes zu philosophieren. Sehr eigentümlich, aber man gewöhnt sich an diesen Schreibstil.
Für Leser, die gern alles über ihren Protagonisten wissen möchten, sei noch gesagt, dass einige Facetten von Grant und seinen „Mitspielern“ unterm Tisch gehalten werden. Wenn man allerdings mehr als einen Band liest, versteht man, dass dies Absicht ist und Aaronovitch in jedem folgenden Buch mehr Details über seine Charaktere enthüllt.

Und wenn sich dann am Ende alle Fäden zusammenschließen, gibt es nur noch den großen AHA!-Effekt, gepaart mit dem dringenden Wunsch, mehr Zeit mit Grant und Nightingale verbringen zu dürfen.

Sidefact: Ben Aaronovitch schrieb für die Serie Doctor Who, auf welche im Buch häufiger verwiesen wird. Auch vergleicht Grant sich und seine Situation mehrmals mit Harry Potter, was jedes Mal für einen herzhaften Lacher sorgt.

Fazit: **** (4/5) Hin und her gerissen zwischen Spannung und Lachanfällen habe ich das Buch verschlungen und musste, nach kurzem Luft holen, sofort den zweiten Band lesen.
Empfehlung für: Fans von trockenem, britischem Humor, Magie und ungewöhnlichen Krimis.
Verfilmung: nein


Robert Galbraith – Der Ruf Des Kuckuck (Bd.1)

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Autor:
Robert Galbraith
Titel: Der Ruf Des Kuckucks
Originaltitel: The Cuckoo’s Calling
Protagonist: Privatdetektiv Cormoran Strike
Ein- oder Mehrteiler: Band 1 Cormoran Strike – Fälle,
(
Band 2: Der Seidenspinner)
Genre: Krimi, Thriller
Verlag: Blanvalet Verlag
Erscheinungsjahr: 2013
Umfang: 466 Seiten
Format: epub

Handlungsübersicht: Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen. (Amazon.de)

Gesamteindruck: Als ich vor etwa einem Jahr JK Rowlings Ein plötzlicher Todesfall las, konnte ich das Buch (der Spannung wegen) zwar nicht aus der Hand legen und musste unbedingt wissen wie es mit den Charakteren weitergeht, doch letztlich traf es storytechnisch nicht meinen Geschmack – zu viel Realität, zu wenig Fiktion ;-) Doch dann erzählte mir eine Bekannte kürzlich, dass Rowling noch ein weiteres Buch veröffentlicht hatte. Hierfür nutzte sie Robert Galbraith als Synonym, um fernab vom „Harry-Potter-Druck“ neue Ideen publizieren zu können.

In Der Ruf des Kuckucks geht es um den angeschlagenen Privatdetektiv Cormoran Strike, der von John Bristow, einem wohlhabenden Rechtsanwalt angeheuert wird, den Selbstmord seiner Schwester, Topmodel Luna Landry, zu untersuchen. Bristow ist davon überzeugt, dass der Tod seiner Schwester Mord war. So weit, so gut, so langweilig. Dachte ich jedenfalls.
Glücklicherweise lese ich keine Klappentexte, wenn mir ein Buch empfohlen wird, daher konnte ich mich ganz vorurteilsfrei in die Story rein lesen. Und das war ein Glück, denn Rowling, .. pardon, Galbraith schafft es tatsächlich von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung oben zu halten. Nicht nur mit der Frage, ob Luna Landrey nun wirklich gesprungen ist oder ermordet wurde, sondern auch mit den fantastischen Charakteren, die geschaffen wurden. So möchte man unbedingt der Entwicklung von Privatdetektiv Strike beiwohnen, der von einer privaten Katastrophe zur nächsten schlittert(e) und saugt begierig jedes Gespräch auf, dass er mit potentiellen Zeugen / Verdächtigen / Familienangehörigen führt, die selbstverständlich alle ein ganz anders Bild von Landry und dem letzten Tag ihres Lebens haben. Strikes Sidekick, Sekretärin Robin, ist ebenfalls eine Bereicherung. Nicht nur für Strike und die Lösung seines Falls, sondern auch für den Leser, der sich unweigerlich fragt, was zwischen den beiden noch passieren könnte.

Alles in allem hätte ich nie gedacht, dass eine so simple Story (die an sich auch keinesfalls neu ist) so spannend sein kann. Es gab nicht eine Seite die langweilt oder unnötig war. Und obwohl Strike recht bald eine Theorie über die Geschehnisse hat, gelingt es Galbraith den Leser bis zum Ende im Dunkeln tappen zu lassen, ohne dass es den Lesefluss stören würde.
Die „Auflösung“ würde ich liebevoll mit „WTF?!“ beschreiben, weil sie unerwartet, aber durchaus schlüssig ist und die Hinweise, im Nachhinein betrachtet, sorgfältig versteckt in die Story eingebaut wurden. Doch verraten werde ich selbstverständlich nichts :-)

Sidefact: Rowlings Synonym Robert Galbraith wählte sie in Anlehnung an ihren politischen Helden Robert F. Kennedy und ihrem Kindheits-Fantasienamen Ella Galbraith.

Fazit: ***** (5/5) Ganz klare Leseempfehlung von der ersten bis zur letzten Seite!
Empfehlung für: Jeden der auf gut ausgearbeitete Charaktere Wert legt und auf Spannung durch Stimmung und Atmosphäre statt Blut und Gewalt setzt.
Verfilmung: TV-Serie für BBC One geplant